Wohnhaus

De-Noel-Platz 5 · Sülz

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1856
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse De-Noel-Platz 5, 50937 Köln
Baujahrum 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 23.11.1983
Stadtteil Sülz

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Sülz, da es die Geschichte der Stadtentwicklung dieses Stadtteils außerhalb der Neustadt bzw. der späteren preußischen Umwallung von 1888 dokumentiert. Die Herrlichkeit Sülz war bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts eine kleine Ansammlung von Höfen und ländlichen Wohnbauten, die erst mit der Entwicklung von Ehrenfeld und Lindenthal in das Interesse Kölner Bürger bei der Suche nach neuem Lebens- und Wohnraum geriet. Sehr schnell wuchsen Sülz und Lindenthal zu einem zusammenhängenden Stadtraum heran, der 1887 in die Stadt Köln eingemeindet wurde.

Das dreigeschossige Wohngebäude mit drei Achsen, Baujahr etwa 1905, ist ein sehr gut erhaltenes, in seiner Art typisches Jugendstil-Haus als vorstädtisches Mietstockwerkhaus, das die Weiterentwicklung des Kölner Dreifensterhauses dokumentiert.

Hinter einem kleinen Vorgarten mit originalem, schmiedeeisernen Gitterzaun liegt das rauh in Stuck rustizierte Erdgeschoß, welches durch ein Fenster rechts neben dem Eingang und im kräftig vorspringenden Erker belichtet wird. In der rechten Achse befindet sich die Hofdurchfahrt. Über dem Stockwerkgesims erheben sich die beiden Obergeschosse mit deutlich reicherem Schmuck, dessen Ornamentik barocke Anklänge aufweist. So z.B. balustradenartige Brüstungsfriese im ersten Obergeschoß, die reiche Ornamentik des mittig, aber nicht axial, angeordneten Erkers, der im ersten Obergeschoß seitlich durch pfeilerartige Kannelierung mit Jugendstil-Kapitellen (Frauenmaske mit Blattornamentik), im zweiten Obergeschoß durch seitlich rustizierte Ecken, betont wird. Auch die beiden Seitenachsen (die linke ist breiter als die rechte) sind im ersten Obergeschoß - wie der Erker - mit dünnen, horizontalen Fugen im Stuck unterteilt, im zweiten Obergeschoß sind auch hier seitliche Fugenbänder angeordnet. Die Brüstungsfriese des zweiten Obergeschosses sind als florale Kartuschen gestaltet, auch das breite Kranzgesims mit Barock-Ornamentik und abschließendem Zierstab vereinigen ornament-dekorative Elemente des Jugendstils und des Barock. Abschluß und Krönung des Gebäudes ist der barock-geschwungene Schmuckgiebel über dem Balkon des Dachgeschosses, der eine großflächige, in flachem Stuck gehaltene, mittlere Kartusche mit seitlichen, umkränzten Medaillons umgreift. Über den beiden Seitenachsen ist im Mansarddach je eine original überdachte Dachgaube angeordnet. Das schmiedeeiserne Balkongitter ist ebenfalls original.

Im Inneren zeigt der Wand- und Deckenstuck des Eingangs die an das Barock erinnernde Jugendstil-Ornamentik, ein ornamentierter Terrazzoboden und Jugendstilmasken am Stützbogen sind bemerkenswert. Terrazzotreppe mit Holzgeländer sowie teilweise Wohnungs- und Zimmertüren blieben erhalten.

Die Rückfassade ist in Backstein ausgeführt.

Städtebaulich ist dieses Gebäude zweifellos ein unverzichtbarer, da charakteristischer Teil des De-Noel-Platzes, der allerdings nur noch wenige so vollständig erhaltene Bauten aus seiner Entstehungszeit aufweist. Die sehr ausgewogene Fassade ist ein maßstabbildender Schmuck dieses mit alten Bäumen bestandenen Platzraums.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0