Wohnhaus
Kettengasse 3 · Altstadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1952 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Kettengasse 3, 50672 Köln |
| Baujahr | um 1840 bis 1850 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 21.12.1983 |
| Stadtteil | Altstadt/Nord |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen und für die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse in der Altstadt, da es den Bebauungsprozeß des mittelalterlichen Straßennetzes im Westen dokumentiert. Im Zeitalter der Industrialisierung hatte Köln einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebt, der einen raschen Bevölkerungszuwachs und eine rege Bautätigkeit zur Folge hatte. Die freien Baugrundstücke innerhalb des Festungsgürtels der Altstadt wurden zu Baustellen. Vor allem direkt am Rand der Stadt (entlang der Befestigungsmauer) entstanden Geschäftshäuser mit gewerblich genutzten Räumlichkeiten und Mietwohnungen unter einem Dach. Gewöhnlich wurden in der Altstadt Drei- bzw. Vierfensterhäuser errichtet, beim Bedarf größerer Nutzungsflächen erweiterte man das Dreifensterhaus um einige weitere Achsen.
Das dreigeschossige Haus Kettengasse 3 wurde um 1840 - 1850 errichtet. Es zeigt eine sechsachsige Fassade in rotem Backstein mit drei schmalen Gurtgesimsen, die die Fassade horizontal gliedern. Im Erdgeschoß sind die Fenster- und Türöffnungen mit Rund- bzw. Segmentbögen abgeschlossen und heben dadurch diese Zone sichtbar von der übrigen Fassadengestaltung ab. Ein breiter Segmentbogen öffnet in der dritten bis vierten Achse nicht nur das ursprüngliche Erscheinungsbild der Fassade, sondern auch die ursprünglich funktionale Bestimmung des Hauses (Lagerhaus mit Wohnräumen in den oberen Geschossen). Das auf einem trapezförmigen Grundriß stehende Objekt ist eine interessante Variante von zwei dreiachsigen und dreigeschossigen Backsteinbauten mit Eingängen (bzw. Einfahrt) links. Die Verwendung des Backsteins für die Fassade ist für die Altstadt höchst ungewöhnlich und weist somit auf die gewerbliche Bestimmung des Objekts.
Im Hausinneren sind die originale Holztreppe und der tonnengewölbte Keller zu erhalten.
Städtebaulich steht das Objekt in funktionalem, ästhetischen und historischen Zusammenhang mit den folgenden Häusern der Kettengasse: Nachbarhaus Nr. 3a (klassizistisches Zweifensterhaus), Nr. 1 (Backsteingebäude, ehemalige Fabrik), Nr. 10 - 14 (Fabrikgebäude), Nr. 16 (neobarockes Zweifensterhaus von 1895), Nr. 6 (Fachwerkhaus) und Nr. 4 (Backsteinhaus). In diesem Ensemble findet sich die variationsreiche Bebauung der altstädtischen Rheinstraße wieder: Eine Mischbebauung, die vom Gewerbebau Nr. 1 - 3 bis zum repräsentativen Bürgerhaus (Nr. 3a) reicht.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0