Wohnhaus
Dünnwalder Straße 10 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2073 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Dünnwalder Straße 10, 51063 Köln |
| Baujahr | um 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 01.02.1984 |
| Stadtteil | Mülheim |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Mülheim, da es den Ausbauprozeß dieser, bis 1914 selbständigen Stadt dokumentiert. Aufgrund der günstigen Verkehrslage (Rheinhafen, Straßen- und seit ca. 1850 Eisenbahnknotenpunkt) und der historisch-politischen Gegebenheiten (Tradition der religiösen Freiheit) entwickelte sich Mülheim im 19. Jahrhundert aus einer Gewerbestadt zum industriellen Vorort (Waggonfabrik Zypen & Charlier 1846, Bleiweißfabrik Lindgens & Söhne 1851, Walzwerk Böcking & Cie 1872, Drahtseilerei Felten & Guilleaume 1874). Als Folge dieser Industrialisierung erlebte Mülheim einen wirtschaftlichen Aufschwung mit Bevölkerungszuwachs, der zur raschen Bebauung des bis dahin freien Geländes entlang der Hauptstraßen und in der Nähe der neuen Industrie-Anlagen führte.
Das viergeschossige Haus mit Ladenlokal im Erdgeschoß wurde um 1900 errichtet. Es zeigt eine zweiachsige, flach gequaderte Fassade mit reichem Stuckdekor (strenge Fenstergesimse und -giebel) mit floralem Feld-Zierat. Im Erdgeschoß befinden sich eine originale Metall-Türe (Ladenlokal) und Ornamentdekor an Metallstützen, Gebälk und Decke des Eingangs zum Ladenlokal (Wappen, Rosette, Scheibenfries). Eine klare Betonung der zweiten Achse (flacher Erker, Achsen-Verdoppelung) und die Zusammenfassung der Achsen über zwei Geschosse (erstes und zweites Obergeschoß) bezeugen die stilistische Anlehnung der Fassadengestaltung an den Jugendstil, wenngleich das Dekorwerk teilweise historisierend bleibt.
Im Hausinneren sind erhaltenswürdig: Originale Grundrißstruktur der Wohnräume (zwei Zimmer nach vorne, Toilette und ein Zimmer nach hinten, beide über ein erhöhtes Podest der Holztreppe begehbar) und Wohnungstüre.
Das Haus stellt eine stilistische Variante des ehemals für Köln charakteristischen Dreifensterhauses auf L-förmigem Grundriß dar. Zusammen mit den Häusern Nr. 3 (barockisierender Jugendstil), Nr. 5 (Jugendstil 1910) und vor allem Nr. 7 (klassizistisch) bildet das Haus ein Ensemble historischer Bauten, die als Relikte das ursprüngliche Erscheinungsbild der Dünnwalder Straße in diesem Abschnitt dokumentieren und als solche zu erhalten sind.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0