Wohn- u. Geschäftshaus

Keupstraße 11 · Mülheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7858
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Keupstraße 11, 51063 Köln
Baujahrum 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 03.05.1996
Stadtteil Mülheim

Erbaut um 1905; Vorderhaus mit querrechteckigem Grundriß/rückwärtiger Anbau; Fassade: 3 Vollgeschosse, 1 Attikageschoß, Satteldach; 4 Achsen (Zugang Ladenlokal links, Zugang Treppenhaus Mitte rechts, Zugang Gaststätte rechts); Putzfassade mit Stuckgliederung des Jugendstil (Kombination, bzw. Überformung von klassizistischen und barocken Elementen); EG: horizontalen Lagerfugen, profilierten Wandöffnungen, 2 pilastergerahmte Türöffnungen mit Verdachungen; 1./2. OG: durch stilisierte Kolossalordnung zusammengefaßt; Horizontalgliederung durch Stockwerks- (EG), Sohlbank- (Attikageschoß) und Traufgesims (Würfelfries erhalten, Regenrinne neu verkleidet); Fenster/Türen erneuert.

Rückfront: mehrfach zurückgestuft; durch bauliche Veränderungen stark verunklärt (EG-Fläche überbaut, Zugangssituation zum Hinterhaus verändert, Rück- und Seitenfronten vollflächig wärmegedämmt, Fenster/Tür erneuert).

Innen original: ornamentierte Bodenfliesen im Vorflur und EG-Treppenhaus; Decke im Vorflur mit profilierter Stuckleiste und gekehltem Übergang zur Wand (= Spiegeldecke); hölzerne Treppenanlage mit Antrittspfosten; Grundrisse weitgehend original (im EG Veränderungen); Stuckrosette im straßenwärtigen Mittelzimmer des 1. OG; originale Wohnungs- und Zimmertüren und Türrahmungen im 1. OG (ausgenommen Tür zum neu eingebauten Bad).

Das Hinterhaus und die eingeschossige, an die Stirnseite des Anbaus anschließende Bebauung sind nicht Bestandteil des Denkmals.

Die Entwicklung Mülheims blieb bis in die 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts auf das Gebiet zwischen Rhein und Wallstraße beschränkt. Im 19. Jahrhundert siedelten sich, gefördert durch den Bau von Eisenbahnen und Straßen, bedeutende Industrieunternehmen auf dem Stadtgebiet von Mülheim an, so daß sich das ehemals kleinmaßstäbliche Straßengeviert erheblich erweiterte. Der mit dem industriellen Wachstum verbundene steigende Wohnraumbedarf führte seit der Mitte des 19. Jahrhunderts zu einer raschen Bebauung des bis dahin freien Geländes entlang der Hauptstraßen und in der Nähe der neuen Industrieanlagen.

Die Keupstraße bildet eine Verbindung zwischen dem Altstadtbereich und dem Fabrikgelände von Felten & Guilleaume. Die erhaltene historische Bausubstanz entlang der Keupstraße dokumentiert aufgrund ihrer stilistischen und typologischen Unterschiede das Bild eines sukzessive bebauten Straßenzuges. Im Kreuzungsbereich Keupstraße/Düsseldorfer Straße/Mülheimer Freiheit verdichtet sich die noch erhaltene ursprüngliche Bausubstanz, die hier in Folge einer platzartigen Erweiterung im Bereich des neuerrichteten Seniorenheims an der Keupstraße in vielfältige Sichtbezüge gebracht wird. Als integraler Bestandteil dieser Bebauung stellt das o.g. Objekt ein unverzichtbares bauliches Dokument der Mülheimer Stadtentwicklung dar, das unbedingt zu erhalten ist.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0