Wohnhaus

Justinianstraße 3 · Deutz

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2086
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Justinianstraße 3, 50679 Köln
Baujahrum 1914
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 01.02.1984
Stadtteil Deutz

Das Objekt ist ein um 1914 errichtetes Wohnhaus mit sechs Achsen, vier Geschossen und einem ausgebauten Dachgeschoß mit einer Wohn- und einer Speicher-Etage. Die Stuckfassade ist symmetrisch gegliedert. Über dem Erdgeschoß mit Mitteleingang sind die zweite und fünfte Achse vom ersten bis zum dritten Obergeschoß als Erker mit aufgesetztem Balkon gestaltet. Darüber - in der ersten und zweiten sowie fünften und sechsten Achse - sind zwei Ziergiebel mit markanten, dreieck-förmigen, das Speichergeschoß überragenden Abschlüssen lokalisiert. Die hohe Sockelzone des rustika-artigen Erdgeschosses ist mit dem stark profilierten Gewände der Hauseingangstüre verschmolzen. In die Eingangsgestaltung mit einbezogen sind ein ovales Oberlicht und zwei schmale, dicht neben dem Türgewände eingelassene Rundbogenfenster, die seitlich von säulenartigen, aus der Sockelzone herausragenden Pilastern mit aufgesetzten Blumenkübeln begrenzt werden. Eingebunden von Gesimsen und vertikal gegliedert durch geschoßverbindende Pilaster seitlich und zwischen den dreigliederigen Erkerfenstern sowie Wandvorlagen zwischen den übrigen Fenstern bilden das erste und zweite Obergeschoß eine in sich geschlossene Einheit. Auf den Erkerfassaden sind zwischen den Geschossen je drei ornamentierte Stuckplatten mit Putti und Medaillons angebracht. Das dritte Obergeschoß wird horizontal von einem Fenstergesims und dem stark vorspringenden Kranzgesims begrenzt. Die einheitliche Gestaltung dieses Geschosses zeigt sich in einer gleichmäßigen Verzierung durch rechteckige Stuckplatten seitlich der Fenster außerhalb der Erker. Auch die beiden Dachgeschosse zeigen in ihrem Erscheinungsbild Geschlossenheit. Das erste Dachgeschoß mit rechteckigen Zierstuckplatten seitlich der Giebelfenster stellt den Unterbau zum Speichergeschoß dar, bei dem die Form der Ziergiebel mit den dreieck-förmigen Überdachungen der Gauben korrespondiert.

Im Inneren des Hauses sind ein Teil der Wandkacheln in Flur und Treppenhaus sowie die Terrazzotreppe mit Podesten in schwarzweißem Würfelmuster und das Eisengeländer in originalem Zustand.

Der besondere kunsthistorische Wert des Objekts liegt in der ausgewogenen und abwechslungsreichen Gestaltung der Fassade, die in neoklassizistischem Stil mit Anklängen zum Heimatstil erbaut wurde. Erhaltenswerte Elemente im Hausinneren sind die Terrazzotreppe, das Eisengeländer sowie ein Teil der Wandverkachelung im Treppenhaus.

Der Standort des Objekts ist inmitten einer Reihe von ähnlich gestalteten Häusern gelegen, von denen das links angrenzende Eckhaus sowie das Haus Nr. 2 kunsthistorisch besonders wertvoll sind. Darüber hinaus findet das städtebauliche Umfeld in der Bebauung des Gotenrings, die ähnlich ausgeprägt ist wie die der Justinianstraße, eine Fortsetzung.

Mit dem Nebenhaus Justinianstraße 1 / Deutzer Freiheit 113 sowie mit mehreren anderen, originalen, jedoch weniger vollständig erhaltenen Gebäuden in diesem Straßenabschnitt ist das Objekt ein Dokument für die Bauentwicklung der Deutzer Ringstraße bis zum ersten Weltkrieg.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0