Wohnhaus

Lindenstraße 83 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2201
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Lindenstraße 83, 50674 Köln
Baujahrum 1895
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 09.04.1984
Stadtteil Neustadt/Süd

Das Gebäude wurde um 1895 als viergeschossiges, vierachsiges Wohnhaus mit einer Stuckfassade errichtet.

Zwischen der inneren und der äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Stadtbaumeisters Hermann-Josef Stübben als erste große Stadterweiterung Deutschlands durchgeführt. In einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden. Die Lindenstraße ist eine der Ausfallstraßen in Verlängerung der Altstadtstraßen MarsilsteinSchaafenstraße über die Ringe Habsburgerring und Hohenstaufenring hinaus. Die Eisenbahnüberführung der Lindenstraße mit überhöhender, baumbestandener Bahndammböschung einerseits, das Eckhaus Lindenstraße 38 in der Gabelung Lindenstraße-Händelstraße andererseits und die Flächen der Hauswände mit den Traufhöhen der fünfgeschossigen, historischen Bebauung bilden einen eigenständigen, von den Ringen unabhängigen Straßenraum der Neustadt. Erst der letzte Straßenabschnitt hinter der Straßenbiegung an der Gabelung wendet sich durch ansteigendes Straßenniveau und Sichtbezug dem Habsburgerring und Hohenstaufenring zu. Die Kreuzung der Roonstraße und die fächerförmig einmündenden Straßen Mozart- und Brüsseler Straße stellen die interne Erschließung der Umgebung her. Der dreieckförmige Platz als seitliche Erweiterung der Lindenstraße nimmt die Lützowstraße, die Boissereestraße und die Dasselstraße auf und führt sie gemeinsam mit der Lindenstraße unter der Eisenbahntrasse hindurch zum inneren Grüngürtel. Die Traufhöhe, welche von der fünfgeschossigen, historischen Bebauung ausgeht und die Breite der Straße, ergeben einen etwa quadratischen Querschnitt mit guten, hygienischen Wohnbedingen. Die spiegelbildliche Ordnung der Fassadenelemente betont durch Zusammenrücken der mittleren Fensterachsen, einer zentralen Dachgaube, der gemeinsamen Dreieckübergiebelung der beiden mittleren Fenster des 1. OG und einzelne Halbkreisübergiebelungen der Mittelfenster des 2. OG, bestimmt die Charakteristik der Fassade. Der Erdsockel, die horizontale, bossierte Bänderung der Mauerpfeiler und das abschließende Stockwerkgesims geben dem Erdgeschoß den Ausdruck der lasttragenden Basis. Die vertikalen Reihungen der vom 1. bis 3. OG gekoppelten Fensterrahmungen beginnt bei den Mittelachsen auf dem Stockwerksgesims über dem EG, bei den Seitenachsen auf den Fensterbankgesims des EG. Die Fensterbankgesimse und das Dachgesims übernehmen die Zonung der Geschosse, deren optische Höhe von Geschoß zu Geschoß abnimmt. Die im formalen Repertoire der Renaissance erstellte architektonische Ordnung ist auffallend ausgewogen. Die Bodenspiegel des Hausflures aus braun-schwarz-weißen Terrazzo umgeben konzentrische Rechteckrahmen aus einem Streifen hellbraunem Mosaik, drei Streifen weißem Mosaik und eine breite Randrahmung aus schwarzem Terrazzo. Die Mosaikrahmen bilden an den Ecken konvexe, auf den Winkelhalbierenden nach innen verschobene Halbkreise. Das Zentrum des Bodenspiegels bildet eine zweiachsige symmetrische, in der Längsachse des Hausflures gestreckte Darstellung stilisierter Ranken- und Blütenformen, aus schwarzem und rotem Mosaik, beidseitig angelehnt an einem zentralen, roten Ring, der einen achteckigen Stern aus schwarzen und hellbraunen Rhomben mit schwarzer Mitte umschließt. Der halbkreisförmige, mit Kantenprofilen geschmückte Stützbogen ruht beidseitig auf pilasterartigen Mauervorlagen mit kantigen Kapitellen. Der Spiegel des Treppenhausbodens, den ein Streifen aus weißem Mosaik und eine breite Randrahmung aus schwarzem Terrazzo umgibt, gleicht dem des Hausflures. Die gerade, zwei- und gegenläufige, rechtswendende Holztreppe sichert ein Holzgeländer mit Holzhandlauf.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0