Wohn- u. Geschäftshaus

Lindenstraße 84 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6691
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Lindenstraße 84, 50674 Köln
Baujahrum 1903
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 26.11.1992
Stadtteil Neustadt/Süd

Erbaut um 1903, 5 Geschosse, 3 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit Gauben sowie Ziergiebel in der Mittelachse, 3geschossiger Mittelerker auf trapezförmigem Grundriß mit aufgesetztem Balkon (unterer Bereich sowie Brüstung verändert), Putzfassade mit Stuckgliederungen in Anklängen an Gotik und Jugendstil (z. T. beschädigt), EG verändert, Fenster und Haustür weitgehend original. Rückseite und seitlicher Anbau auf L-förmigem Grundriß verputzt, Balkone mit orig. schmiedeeisernem Brüstungsgitter (zum Hinterhof und an der Rückfront des Anbaus); Fenster und Türen weitgehend original. Im Innern original erhalten: im Vestibül farbiger Fliesenboden, farbige Wandfliesen bis zur halben Wandhöhe (den Stützbogen miteinbeziehend), reicher Wand- und Deckenstuck, Stuck am Stützbogen; im Flur farbiger Fliesenboden sowie Terrazzoboden mit Mosaikeinlagen im rückwärtigen Bereich, Stuckprofilleiste auf halber Wandhöhe, Wand- und Deckenstuck, Stuck am Stützbogen, zentrale Holztreppe mit gedrechseltem Holzgeländer und Antrittspfosten, Holzfußleisten, Holzprofilleiste auf halber Wandhöhe, einige Wohnungseingangstüren (mit Oberlichten); in den Wohnungen teilweise Deckenstuck, einige Zimmertüren.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die von H.J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend, legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand westlich der Ringstraße zwischen Gladbacher- und Zülpicher Straße das sogenannte "Westend", ein gutbürgerliches Wohnviertel mit meist vornehmen Mietshäusern von aufwendiger Fassadengestaltung. Die vom Hohenstaufenring ursprünglich zum Lindentor führende Lindenstraße wurde zum Teil erst zu Beginn dieses Jahrhunderts, um 1903/05 bebaut. Aus dieser Zeit stammt auch das Haus Nr. 84, das in diesem Abschnitt der Lindenstraße mit seinen etwa gleichzeitig entstandenen Nachbarhäusern (Nr. 80, 86 und 88) ein Ensemble bildet. Es hebt sich dabei durch seine aufwendigere Fassadengestaltung, wobei neben Stilelementen der Gotik vor allem die Formensprache des Jugendstils aufgegriffen wird, besonders hervor. In der Mittelachse setzen der dreigeschossige Erker und der Ziergiebel einen markanten, die Vertikale betonenden Akzent. Auch im Hinblick auf das bestehende Ensemble wird das og. Objekt somit zum unverzichtbaren Dokument, das den ursprünglichen Charakter der Straße und des Viertels bewahrt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0