Wohnhaus
Paul-Finger-Straße 20 · Junkersdorf
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2207 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Paul-Finger-Straße 20, 50858 Köln |
| Baujahr | um 1932 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 09.04.1984 |
| Stadtteil | Junkersdorf |
Die Hausgruppe ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Junkersdorf und Köln, da sie - als Bestandteil einer gleichmäßig angelegten siedlungsartigen Bebauung entlang der Statthalterhofallee die Entwicklung von naturnahen Wohnvororten am Rande der Großstadt für Bürger mit gehobenen Wohnansprüchen dokumentiert. Diese Siedlungsanlage - ähnlich wie viele andere - entstand in den 20er bzw. 30er Jahren des 20. Jh. infolge der zunehmenden Enge in der Innenstadt und folgte Vorstellungen einer idealen Gartenstadt wie sie früher formuliert worden waren.
Für die Erhaltung und Nutzung liegen künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe vor. Die Hausgruppe Paul-Finger-Straße 18 - 26 wurde um 1932 errichtet. Sie ist den ästhetischen Vorstellungen des Funktionalismus des Bauhauses verpflichtet, nach denen ein Gebäude als eine allseitige Plastik ohne Wanddekor konzipiert werden soll. Der Baukörper setzt sich aus einzelnen unregelmäßig gruppierten Kuben zusammen, die eine "Einheit in der Vielfalt" (W. Gropius) bilden. So ist die weiße, dekorlose Fassade der o. g. Hausgruppe durch Fenster- bzw. Türöffnungen gegliedert und zwar mit dem absichtlichen Meiden der Symmetrie: Eine bestimmte Regelmäßigkeit kommt nur dort zum Vorschein, wo nach dem Baukastenprinzip ein kubischer Baukörper wiederholt vorkommt ( Nr. 20 und 22 bzw. 24 und 26). Die ganze Hausgruppe wird aus mehreren Einheiten zusammengesetzt: einem höheren drei- bzw. zweigeschossigen Kubus mit Balkon (1. OG), Eingang von der Seite mit Flachdach und länglichen Fenstereinschnitten des Eckhauses, zwei gleichen ähnlichen zweigeschossigen, dreiachsigen Einheiten mit Eingang (Flachdach) in der Mitte und regelmäßig verteilten ungleich großen Fenstern links und rechts (Nr. 20 bis 22), zwei zweigeschossigen Eckhauseinheiten mit Eingängen von der Seite und Garagenanbauten (Nr. 24 bis 26). Von der Statthalterhofallee ist die ganze Hausgruppe mit einem Eckhaus abgeschlossen, das die turmartige Form des Eckhauses Nr. 18 wiederholt (Statthalterhofallee 8). Der gesamte Baukörperkomplex ist durch ein Zusammenspiel von horizontalen und vertikalen Linien - auch im Detail - geprägt: Flachdach mit Traufgesims, Fenster- bzw. Balkongitter, dunkle, schmale Fensterumrahmung u. v. a. In der Einbettung der Hausgruppe in eine Gartenlandschaft (Vorgärten mit Gebüsch, Öffnung der Rückfront mit Balkonen in den Hintergarten) wird die Theorie des "Wohnens im Grünen" zur Wirklichkeit. Städtebaulich bildet das o. g. Objekt eine die Paul-Finger-Straße prägende Front und zusammen mit anderen Häusern in der Frankenstraße bzw. Statthalterhofstraße Kern einer ganzen Gartensiedlung mit gemeinsamen ästhetischen Merkmalen (kubische Formen, Flachdächer, dekorlose Fassaden u. ä.).
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0