Wohnhaus
Paul-Finger-Straße 26 · Junkersdorf
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1571 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Paul-Finger-Straße 26, 50858 Köln |
| Baujahr | um 1932 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 02.08.1983 |
| Stadtteil | Junkersdorf |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Junkersdorf und Köln, da es - als Bestandteil einer gleichmäßig angelegten, siedlungsartigen Bebauung entlang der Statthalterhofallee - die Entwicklung von naturnahen Wohnvororten am Rand der Großstadt für Bürger mit gehobenen Wohnansprüchen dokumentiert. Diese Siedlungsanlage - ähnlich wie viele andere - entstand in den zwanziger bzw. dreißiger Jahren dieses Jahrhunderts infolge der zunehmenden Enge in der Innenstadt und folgte Vorstellungen einer idealen Gartenstadt, wie sie früher fomuliert worden waren.
Das Haus Paul-Finger-Straße 26 ist ein Teil eines Doppelhauses, das seinerseits einen Bestandteil einer Häusergruppe bildet, die um 1932 errichtet wurde. Sie ist der ästhetischen Vorstellung des Funktionalismus des Bauhauses verpflichtet, nach denen ein Gebäude als eine allseitige Plastik, ohne Wanddekor, konzipiert werden soll. Der Baukörper setzt sich aus einzelnen, unregelmäßig zusammengruppierten Kuben zusammen, die eine "Einheit in der Vielfalt" (W. Grafius) bilden.
So ist die weiße, dekorlose Fassade des Hauses nur durch Fenster bzw. Türöffnungen gegliedert, und zwar mit der absichtlichen Verneinung jeder Symmetrie: die Straßenfassade zeigt drei Achsen in zwei Geschossen, jedoch mit unterschiedlicher Fenstergröße, so daß ein unregelmäßiges Strukturbild entsteht. Der ganze Gebäudekomplex (zusammen mit dem Hausteil Statthalterhofallee 8) setzt sich aus einzelnen, kubischen Teilbaukörpern zusammen: Niedrige Garage, zweigeschossiges o.g. Haus (mit Balkonloggien in der Rückfassade) und höherem Eckhaus mit Erker (Statthalterhofallee 8) mit rückversetztem dritten Obergeschoß. Der ganze Baukörper wird durch ein Zusammenspiel von vertikalen und horizontalen Linien auch im Detail dominiert von Flachdach, Fenstervergitterung im Vollgeschoß, Balkongitter, dunkle, schmale Fensterumrahmung).
In der Einbettung des Baus in eine Gartenlandschaft (Vorgarten mit Heckzaun, Öffnung des Hauses mit zwei Balkonen in die Hintergärten) wird die Theorie des "Wohnens im Grünen" realisiert. Originale Garagentüre, stilrichtig erneuerte Haustüre, ursprüngliche Holztreppe sowie teilweise originale Fenster ergänzen das Gesamtbild des Hauses.
Städtebaulich ist das Haus mehrfach ein Bestandteil eines Komplexes: Des Doppelhauses (mit Statthalterhofallee 8), das als eine ästhetische Einheit konzipiert ist; einer Gruppe von Flachdachbauten mit je einer turmartigen Erhöhung der Eckhäuser (Pau-Finger-Straße 18 - 26); einer ganzen Siedlungsanlage in neusachlichem Stil (Paul-Finger-Straße 3-9, 4-10, Frankenstraße 1-5, 2-18, Statthalterhofallee 8). Als solches ist das Haus in originalem Zustand zu erhalten, da sonst eine weitreichende Beeinträchtigung der genannten Bezüge erfolgen würde.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0