Wohn- u. Geschäftshaus

Aquinostraße 15 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2455
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Aquinostraße 15, 50670 Köln
Baujahrum 1896
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 12.06.1984
Stadtteil Neustadt/Nord

Zwischen der inneren und der äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Stadtbaumeisters Hermann-Joseph Stübben als erste große Stadterweiterung Deutschlands durchgeführt. In einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden. Die Aquinostraße verbindet das Zentrum des zwischen der Neusser Straße und dem Güterbahnhof Gereon gelegene "Dreikönigenviertels", den Sudermannplatz, mit der Krefelder Straße, in die sie gemeinsam mit der Bal

thasarstraße einmündet. Beide von der Krefelder Straße zurückgesetzten Einmündungen ergeben eine platzartige Erweiterung, welche ab hier die Verbreiterung der Krefelder Straße stadtauswärts zuläßt. Straßenbreite und die vier- bis fünfgeschossige Bebauung bilden den offenen Querschnitt eines Quadrats.

Das Gebäude Aquinostraße 15 wurde um 1896 als viergeschossiges, dreiachsiges Wohn- und Geschäftshaus mit einer Fassade aus Backstein und Stuckgliederung errichtet. Die Häuser Aquinostraße 15, das rechte Nachbarhaus Nr. 17 und das Haus Nr. 8 in enger Sichtbeziehung unmittelbar gegenüber, bilden eine den Straßenraum umschließende Gruppe gemeinsam errichteter Erstbebauung. Die Gesamtfassade besteht aus einer flachen Vorlage, deren ebener Hintergrund die seitlichen schmalen vertikalen Fugen sichtbar werden lassen. Das Souterrain und das 1. OG verdeutlichen ihre lasttragenden Eigenschaften als Sockel der übrigen OGs durch breite, horizontale Bänderungen mit breitem Fugenschnitt am Souterrain, die mit kräftig dimensioniertem kastenförmigem Gesims im Bereich der scheitrechten Stürze abschließt und einem profilierten Stockwerkgesims über dem 1. OG. Zwischen beiden Gesimsen vermitteln das Brüstungsband, das durchlaufende schmale Fensterbankgesims, eine schmale horizontale Bänderung mit feinem Fugenschnitt der Mauerpfeiler an Fenster und Haustür, ein friesartiger Architrav mit schmalem Gesims an der Unterkante der Sturzzone des 1. OGs. Die Gliederung des 2., 3. und 4. OGs, die von Geschoß zu Geschoß in Richtung der Traufe abnehmenden Dimensionierungen der durchlaufenden Fensterbankgesimse und die von Geschoß zu Geschoß umfangreicheren Einzelverdachungen der Fenster (am 2. OG als horizontale Balken auf zwei Konsolen an ihren Enden, am 3. OG als Dreieckgiebel mit seitlichen horizontalen Absätzen), deren Reihungen mit dem der Gesamtfassade überkragenden Traufgesims und drei hohen, mit Dreieckgiebeln überdachten Dachhäuschen abschließen, geben dem Gebäude optisch überhöhte Vertikalität. Dem Repräsentationsbedürfnis der Zeit entsprechend sind die Gestaltungselemente der Renaissance in eigenständiger Übersetzung angewendet. Zwischen dem unteren, etwa quadratischen Podest hinter der Haustür und dem Treppenhausboden liegt eine zwölfstufige Treppe aus hellgrauem Terrazzo mit hölzernem Wandhandlauf. Das untere Podest aus farbigem Terrazzo umgibt ein Mosaikstreifen (weiß/hellbraun im Wechsel) und eine breite Randrahmung aus schwarzem Terrazzo. Die Wandflächen werden durch eine Rustika aus glatten, horizontalen Bändern mit tiefem Fugenschnitt, die mit kräftigem Stockwerkgesims abschließt und anschließend darüber durch einen wandsockel-hohen, glattflächigen Streifen, der mit einem zweiten Gesims abschließt, gegliedert. Die beiden Oberlichter über der Haustür in Kreuzsprossenverglasung trennt ein breiter Holzkämpfer (an der Außenseite Kämpfer aus Stein vorgesetzt) in der Form eines Dreieckgiebels über einem Architrav. Den Treppenhauszugang umgeben zwei Pilaster mit kassettierten Laibungen in den oberen zwei Dritteln, zwei ausladende Kapitelle und ein scheitrechter Unterzug mit zentraler, kreisrunder Rosette. Der Boden des Treppenhauses wiederholt den Dekor des unteren Podestes an der Haustür. Die gerade, zweiläufige, linkswendende Holztreppe begleitet ein Holzgeländer mit Holzhandlauf. Die an der Vorderseite dreistufig nach oben verjüngte Bohle als Antrittspfosten trägt auf ihren Seiten eine Volute an der Basis im übrigen rippig geschnitzte Struktur. Von den originalen Fenstern des Treppenhauses trägt das Fenster am ersten Zwischenpodest weiße Bleiverglasung.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0