Wohnhaus (ehem. Wohn- u. Geschäftshaus)

Aquinostraße 23 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6871
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus (ehem. Wohn- u. Geschäftshaus)
Adresse Aquinostraße 23, 50670 Köln
Baujahr1896
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 28.06.1993
Stadtteil Neustadt/Nord

Erbaut 1896, 4 Geschosse, Souterrain und ausgebautes Dachgeschoß (Satteldach, ehem. Gaube entfernt), 3 Achsen, Backsteinfassade mit Stuckgliederungen in Anklängen an die Neuromanik, Neorenaissance und Klassizismus, Stuck mit Fugenschnitt in Sockelgeschoß (Souterrain und Hochparterre), rechte Achse hervorgehoben durch Wandvorlage in den Obergeschossen und Giebel (verändert; urspr. mit Zieraufsatz), ehem. Ladenlokal im Souterrain geschlossen; neue Haustüren, neue Fenster (Oberlichter geschlossen). Rückfront mit Seitenhaus: Backstein (teilweise geschlämmt); Treppenhausfenster mit Glasbausteinen.

Im Innern original erhalten: inkrustierter Terrazzoboden und Reste von Deckenstuck im Eingangsbereich; Terrazzotreppe (mit Linoleum bedeckt), Metallgeländer und Holzhandlauf, ab 1. OG gedrechseltes Holzgeländer mit Antrittspfosten.

Die von H. J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend, legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand im nördlichen Teil der Neustadt, zwischen Neusser und Krefelder Straße, das sogenannte "Dreikönigsviertel" als Arbeiterviertel mit Häusern von eher schlichter Fassadengestaltung. Die Aquinostraße - vom Sudermannplatz zur Krefelder Straße verlaufend - wurde in den Jahren 1896-1902 bebaut. Das Haus Nr. 23 ist integraler Bestandteil des einseitig noch in weiten Teilen erhaltenen Straßenzuges. Stilistisch bildet das ehem. Wohn- und Geschäftshaus ein Ensemble mit den Nachbarhäusern Nr. 21 sowie 25 und 27: Die nur 3 Achsen breiten Straßenfronten sind teilweise in Anklängen an die Neugotik gestaltet. Innerhalb des Straßenensembles hebt sich o. g. Objekt durch den Materialwechsel zwischen Backstein und Stuck sowie die einachsige Übergiebelung - ursprünglich noch mit Zieraufsatz - hervor. Sparsame Gliederungs- und Dekorationselemente tragen darüber hinaus zum abwechslungsreich gestalteten Erscheinungsbild des o. g. Objektes bei.

Als Hinweis auf die architektonische und sozialgeschichtliche Entwicklung sowie als Beleg für die Gestaltungsvielfalt dieses Kölner Neustadt-Viertels, besonders auch im Hinblick auf das bestehende Ensemble, wird das obige Gebäude zum unverzichtbaren Dokument, das den ursprünglichen Charakter der Straße und des Viertels bewahrt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0