Wohnhaus
Petersbergstraße 93 · Klettenberg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2513 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Petersbergstraße 93, 50939 Köln |
| Baujahr | um 1909 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 03.07.1984 |
| Stadtteil | Klettenberg |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Klettenberg, da es die Geschichte der Stadtentwicklung dieses neuen Stadtteils zwischen Sülz und Zollstock dokumentiert. Der Stadtteil Klettenberg ist erst nach der Jahrhundertwende in Anschluß an Sülz unter dem Einfluß der von England kommenden und in Deutschland früh weitergeführten Gartenstadtbewegung gegründet worden und umfaßt sowohl im stadtnahen Teil Mietstockwerksbauten für gehobene bis mittlere soziale Schichten als auch Eigenheime, deren Wert durch die umgebenden Parks (Klettenberg- und Beethovenpark) erhöht wird. Die Petersbergstraße verläuft parallel zur Luxemburger Straße und verbindet den stadtnahen Bereich mit der Bebauung am Klettenbergpark.
Das um 1909 errichtete Gebäude ist zweifellos das Werk eines begabten, aber leider unbekannten Architekten. Der vom Jugendstil abgeleitete, zur dekorativen Sachlichkeit eines P. Wagner hin tendierende Gesamtaufbau der Putzfassade mit Stuckgliederung überzeugt durch seinen sehr eigenwilligen, strengen Aufbau, in den die (leider veränderten) Fenster formal eingebunden sind. Die vierachsige axial gegliederte Fassade ist im zweiachsigen Mittelrisalit viergeschossig, während die beiden Seitenachsen dreigeschossig mit schönen Rundbogen-geschmückten Fenster abschließen. Sehr phantasievoller Dachabschluß des Mittelteils mit Masken und gewellten Fensterstürzen. Originale Einfriedung. Durch die originale Austür erschließt sich der Eingang mit originalem Fliesenbelag und zeitlicher Marmorverkleidung. Das zeittypische Puttenrelief der Seitenwände ist auf den Deckenstuck in Quergurten abgestimmt und unterstreicht die besonders qualitätvolle Ausführung des Hauses. Terrazzotreppe mit Holzgeländer sowie originale Wohnungs- und Zimmertüren dokumentieren den guten Erhaltungszustand des Objekts. Städtebaulich ist das Gebäude als Dokument der ausgereiften gründerzeitlichen Baukunst unverzichtbar. Es bildet mit den Häusern Nr. 91 und 95 ein ausdrucksvolles, sehr aussagereiches Ensemble, das fortschrittliche Elemente der Baukunst um 1910 dokumentiert.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0