Wohnhaus
Petersbergstraße 80 · Klettenberg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1626 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Petersbergstraße 80, 50939 Köln |
| Baujahr | um 1909 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 27.09.1983 |
| Stadtteil | Klettenberg |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Klettenberg, da es die Geschichte der Stadtentwicklung dieses neuen Stadtteils zwischen Sülz und Zollstock dokumentiert. Der Stadtteil Klettenberg ist erst nach der Jahrhundertwende im Anschluß an Sülz, unter dem Einfluß der von England kommenden und in Deutschland weiter geführten Gartenstadt-Bewegung, gegründet worden und umfaßt sowohl im stadtnahen Teil Mietstockwerkbauten für gehobene bis mittlere soziale Schichten als auch Eigenheime, deren Wert durch die umgebenden Parks (Klettenberg- und Beethovenpark) erhöht wird. Aufgrund seiner Lage in diesem Denkmalbereich stellt das o.g. Gebäude ein wichtiges Dokument der ortstypischen Bebauung dar.
Das um 1909 gebaute Wohnhaus dokumentiert als Miethaus mit hinterem Anbau und einem kleinen Vorgarten den Stil eines späten, zur neuen Sachlichkeit tendierenden Jugendstil. Die Fassade ist bis auf das Erdgeschoß verputzt, wobei in den Obergeschossen die Fenster mit Werksteingewänden eingefaßt sind. Grob behauene Werksteine sind auch unregelmäßig in die Putzflächen eingelassen. Das Erdgeschoß ist vollständig aus dunklem, grob behauenen Werkstein, im zum Teil wilden Verband gefügt.
Die Mittelachse des dreiachsigen, dreigeschossigen Hauses mit in die Fassade einbezogenem Dachgeschoß wird durch einen Erker akzentuiert, der im Erdgeschoß ein Rundbogenfenster, im ersten und zweiten Obergeschoß zwei gekoppelte Fenster aufweist. Im dritten Obergeschoß endet der Erker in einem Balkon mit eingesetztem Eisengitter, worüber sich ein, auch die linke Gebäudeachse umfassender, geschweifter Schmuckgiebel erhebt. Sein halbrunder Abschluß umgreift das Dachgeschoß, das eine Reihe kleiner Fensteröffnungen aufweist. Sie werden von einem kleinen, geschweiften Pultdach überdeckt.
Der rückwärtige Teil des Hauses ist auch im Bereich des Hinterhauses in Ziegelstein mit gelben Schmuckbändern gemauert (originale Holzfenster).
Über einen Vorgarten betritt man durch die originale Haustüre die Eingangshalle mit Mosaik-Bodenfliesen, mit grauem Marmor plakierten Wänden, pfeilerartigen Wandvorlagen und einem schmalen Figurenfries unterhalb der Decke. Die vordere, kurze Treppe hat Marmorstufen, die Etagentreppe besitzt Terrazzostufen mit Holzgeländer. Wohnungs- und Zimmertüren sowie eine leichte Hohlkehle in den Decken sind original.
Die Petersbergstraße führt vom Klettenberggürtel auf den Klettenbergpark zu und ist mit Einfamilien- aber auch mit Mehrfamilienhäusern des gehobenen, modernen Komforts bebaut. Das o.g. Gebäude gehört zur älteren, zum Klettenberggürtel korrespondierenden, Bausubstanz und ist ein sehr schönes Beispiel für differenzierte Miethaus-Architektur im Ausklang des Jugendstils. Es ist darüber hinaus nach Charakter und Lage unverzichtbarer Bestandteil des geschlossenen Straßenbildes, ein Dokument auch der Erstbebauung dieser Straße.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0