Wohnhaus
Wartburgstraße 3 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2516 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Wartburgstraße 3, 50733 Köln |
| Baujahr | 1890 bis 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 03.07.1984 |
| Stadtteil | Nippes |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln, insbesondere für den Stadtteil Nippes, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Nippes hat sich aus einer im Mittelalter zur Herrlichkeit Mauenheims gehörenden Ansammlung von Höfen entwickelt, von denen einer, am Nipp (= steil abfallende Höhe) gelegen, dem Stadtteil den Namen gab. Dieser wuchs erst aufgrund von Industrieansiedlungen (Porzellanfabrik, Werkstätte der Rheinischen Eisenbahn) in der zweiten Hälfte des 19. Jh. zu einer relativ geschlossenen Stadtlandschaft zusammen und wurde erst 1888 in die Stadt Köln eingemeindet. Die Wartburgstraße ist eine kurze Wohnstraße, östlich auf den Wartburgplatz in der Nähe des Eisenbahnausbesserungswerks mündend. Sie liegt im Ensemblebreich von Nippes.
Das um 1890/1900 errichtete Mietstockwerkgebäude besitzt eine viergeschossige Stuckfassade mit drei Achsen in reicher plastischer Gliederung. Die kräftigen, z. T. an die italienische Renaissance erinnernden Stuckverzierungen zeugen von der Eigenständigkeit des späten Gründerzeitstils, der hier noch einmal der Wartburgstraße eine besonders harmonische Fassade schenkte. Dies ist bei der leider stark veränderten Nachbarbebauung um so schützenswerter. Sogar die Fenster blieben original erhalten, die Haustür ist neu. Im Eingang befindet sich schöner Fliesenbelag in zeitgenössischen Mosaikfliesen; die Holztreppe mit Holzgeländer führt in die Wohngeschosse, wo die historischen, handwerklich aufwendigen Wohnungsabschlüsse und die Wohnungstüren original erhalten blieben. Rückwärtige Backsteinfassade mit sehr kleinem Innenhof und Hinterhaus (teilweise Stuckdecken als Rosetten). Städtebaulich wird die Bedeutung des Gebäudes in der leider stark veränderten Wartburgstraße durch seine fast völlig original und vollständig erhaltene Fassade erhöht. Es dokumentiert den hier ursprünglich vorherrschenden Typus mit erheblich niedriger gebautem 3. OG, den auch noch die erheblich veränderten Nachbarfassaden aufweisen. Das Gebäude ist auch wegen seiner Bedeutung für das Straßenbild unverzichtbar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0