Wohnhaus

Wartburgstraße 1 · Nippes

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7399
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Wartburgstraße 1, 50733 Köln
Baujahr1891
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 15.02.1995
Stadtteil Nippes

Erbaut: 1891; 4 Geschosse, 4 Achsen, spiegelsymmetrischer Fassadenaufbau (Obergeschosse); Putzfassade mit Stuckgliederungen in Anklängen an die Renaissance; Erdgeschoß verändert (auch Grundriß), Wohnhauseingang in der rechten äußeren Achse. Fenster des 1. und 2. OGs original, Erdgeschoßfenster und Fenster des 3. OGs erneuert, Haustür erneuert (waagerecht abschließender Haustürrahmen original). Rückseite verputzt, Fenster erneuert. Im Innern original: Im Eingangsbereich: Bodenfliesen (teilweise verändert), hölzerne Treppenstufen verkleidet, hölzernes schlichtes Treppengeländer mit Holzhandlauf und beschädigtem Antrittspfosten.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde aus dem 1888 nach Köln eingemeindeten, ehemals landwirtschaftlich geprägten Ort Nippes ein bedeutender Industriestandort mit rapide wachsender Bevölkerung. Um den Wohnraumbedarf zu decken, wurde u. a. das Gebiet westlich der Neusser Straße weiter erschlossen und mit Wohnhäusern bebaut. Im Zuge dieser gründerzeitlichen Ortserweiterung wurde auch die Wartburgstraße als reine Wohnstraße angelegt, die westlich in den Wartburgplatz mündet. Das Wohnhaus Wartburgstr. 1 gehört mit seinem Nachbarhaus Wartburgstr. 3 zu einem Restbestand von Gründerzeitbauten in der Wartburgstraße, die den zweiten Weltkrieg relativ unbeschadet überdauert haben. Es bewahrt das ursprüngliche Erscheinungsbild des Straßenzuges, dokumentiert seine Erstbebauung und die Ortsbauentwicklung von Nippes kurz vor der Jahrhundertwende. Das ortsbildprägende Mietstockwohnhaus fügte sich mit seiner Geschoßanzahl (Dachgeschoß niedriger als die übrigen Geschosse), Gebäudebreite und Bebauungsweise (Hofbebauung, kleiner, von einer Mauer eingefriedeter Hof) in die ursprüngliche Nachbarbebauung (noch erhalten: Wartburgstr. 3) ein. Seine regelmäßig gestaltete Fassade (Obergeschosse) zeichnet sich durch einen reichhaltigen plastischen Dekor mit die Horizontale betonenden Gliederungselementen (Sohlbankgesimse, Kranzgesims, Fensterverdachungen) und der Renaissance entlehnten Schmuckmotiven aus. Diese Merkmale verweisen u. a. auf das Repräsentationsbedürfnis der ehemaligen Bewohner (um 1904: Bahnarbeiter, Handwerker, ein Angestellter) und den sozialgeschichtlichen Zeugniswert des Objektes. Aus den genannten Gründen ist das Wohnhaus Wartburgstr. 1 erhaltenswert.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0