Wohnhaus

Dürener Straße 284 · Lindenthal

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2524
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Dürener Straße 284, 50935 Köln
Baujahrum 1922
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 20.07.1984
Stadtteil Lindenthal

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Lindenthal, da es die Geschichte der Entwicklung dieses Stadtteils außerhalb des Stadtkerns bzw. der späteren preußischen Umwallung (oder Gürtel) dokumentiert. Lindenthal wurde 1846 als neues Siedlungsgebiet vorwiegend für Kölner Bürger von Köln aus gegründet, wobei hier bereits um das sog. Krieler Dömchen (der kath. Kirche St. Stefan) eine dörfliche Ansiedlung vorgefunden wurde. Mit der Gründung einer Irrenanstalt, nach deren Auflösung ein Krankenhaus eingerichtet wurde, wurde die Basis für die spätere Universität im örtlichen Teil nach der Eingemeindung Lindenthals geschaffen. Die Dürener Straße ist eine alte Ausfallstraße aus dem Stadtzentrum, an der im Bereich des Stadtwalds sich auch Villenbebauung findet.

Die um 1922 gebaute Doppelvilla, von der sich nur diese (rechte) Hälfte erhalten hat, ist ein sehr ausgeprägter Bau des Art-deco-Stils, von denen in Köln nur wenige gleichwertige Beispiele anzutreffen sind. Die Putzfassade ist außerordentlich spannungsreich gegliedert. Das zur Straße hin giebelseitig ausgerichtete Gebäude besitzt eine Putzfassade mit Werksteingliederungen und sehr kunstvollen Fenster- und Balkongittern im Art-deco-Stil. Die Dreiteilung der EG-Öffnungen (rundbogige Eingangstür und zwei flankierende Fenster) wiederholt sich mit einem Mittelbalkon und flankierenden Seitenfenstern im 1. OG, während im 2. OG eine Reihung kleiner Fensteröffnungen die Fassade abschließt. Haustür und Gesims-überdachte Fenster sind original, auch zur Seite hin sind je Geschoß drei Fenster mit aufwendigen Gittern im EG angeordnet. Zum, in der ursprünglichen Form erhaltenen rückwärtigen Garten, öffnet sich das Gebäude mit einer breiten Terrasse. Hier steht neben einer Säule eine überlebensgroße Mädchenplastik. Im Innern blieb der Originalbestand mit Stuckdecken (Kehlleisten im Art-deco-Stil), Parkettboden und dekorativen Heizungsvergitterungen erhalten. Im EG befindet sich die original erhaltene Küche mit Einbauschränken und Wandverfliesung. Aus der repräsentativen Eingangshalle mit originalen Türen führt die gewendelte Holztreppe in die ebenfalls original verbliebenen OGs, wobei an den Wänden in den Nischen teilweise die Spiegelverkleidung erhalten blieb (Art-deco-Kamin im Herrenzimmer). DG mit Einbauschränken und originalem Bad. Die Stadtvilla ist wegen ihrer ausgeprägten Form für Köln und vor allem für Lindenthal unverzichtbar. Sie leitet stilistisch vom (kaum noch erhaltenen) historischen Bestand der Dürener Straße zur moderneren Villenbebauung über, die sich vor allem im Bereich des Stadtwalds findet. (Historische Einfriedung des gesamten Anwesens)

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0