Wohn- u. Geschäftshaus
Leyendeckerstraße 113 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2527 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Leyendeckerstraße 113, 50825 Köln |
| Baujahr | 1902 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 20.07.1984 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Ehrenfeld, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Ehrenfeld entstand 1845 durch eine spekulative Initiative von Köln aus als erster linksrheinischer Vorort (unter Mitwirkung von Stadtbaumeister Weyer), da innerhalb der Mauerumwallung Kölns die Bauplätze knapp wurden. Durch industrielle Ansiedlungen gewann der Ort schnell an Bedeutung und besaß kurzzeitig, bis zur Eingliederung nach Köln Ende des 19. Jh., die Stadtrechte. Das Haus ist ein geschichtliches Dokument städtischer Erstbebauung nach der Eingemeindung Ehrenfelds. Die nördliche Leyendeckerstraße wird in ihrer Wohnbebauung stark von der umliegenden Kleinindustrie bestimmt.
Das 1902 erbaute Wohn- und Geschäftshaus besitzt eine drei- bis vierachsige Stuckfassade im Übergang vom Historismus zum Jugendstil. Die einfach, aber originell gestaltete Ansicht zeichnet sich durch eine reich verzierte Stuckbrüstung in der Mittelachse des 2. OG aus. Die Fenster sind original; die Haustür wurde erneuert. Rückwärtige Fassade in Backstein. Im Innern findet sich die für diese Häuserzeile typische Betontreppe mit Eisengeländer, die den einfachen, aber soliden Ausbau dokumentiert. Auch der Terrazzoboden des Eingangsflurs sowie auf den Treppenabsätzen blieb erhalten. Der Hinterhof ist betoniert und erschließt eine nicht schützenswerte hintere Bebauung. Die gründerzeitlichen Bauten Leyendeckerstraße 91 bis 115 sind mit den gegenüberliegenden Häusern 34, 36 und 38 typische Beispiele einer stärker kapitalistisch ausgerichteten Mietbebauung in diesem industriell geprägten Stadtteil. Die Kombination von Gewerbe- und Mietwohnungsbau war für die weniger anspruchsvolle, meist vom Lande einwandernde Arbeitsbevölkerung gedacht. Mit seiner sehr individuellen und ausgeprägten Fassade ist das Gebäude ein soziologisch wertvolles und unverzichtbares Dokument der historischen Erstbebauung Ehrenfelds.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0