Leyendeckerstr.
Die Straße erinnert an die Bleifarbenfabrik Wilhelm Leyendecker, einen der prägenden Industriebetriebe Ehrenfelds. Aus der 1843 in der Kölner Altstadt als Bleirohrfabrik gegründeten Firma „Odenthal & Leyendecker" wurde 1869 — nach dem Ausscheiden Odenthals — der von Wilhelm Leyendecker geleitete Neubau im aufstrebenden Industrievorort Ehrenfeld.
Hier wurden Bleibleche, Bleirohre, Walzblei, Bleidraht und Bleifarben (Bleiweiß, Mennige) hergestellt; um 1914 arbeiteten rund 400 Beschäftigte mit dem gesundheitsgefährdenden Schwermetall, weshalb der Betrieb schon früh Schutzmaßnahmen einführte (separate Pausenräume, wöchentliche ärztliche Untersuchungen, ab 1870 eine Betriebskrankenkasse).
1915 ging die Firma in Konkurs; Nachfolger war die Vereinigte Deutsche Metallwerke AG (VDM), deren Zinkwalzwerk bis zur Schließung 1969 die umliegenden Straßen mit Emissionen belastete. Erhalten sind das Verwaltungsgebäude an der Venlör Straße (heute Bürgerzentrum Ehrenfeld) und der Wasserturm im Burgenstil.
Quellen:
4 Fotografien
Interessantes in der Straße
Verbundene Baudenkmäler
Nr. 9-11: Verwaltungsgebäude
Nr. 16: Wohn- u. Geschäftshaus
Nr. 38: Wohn- u. Geschäftshaus
Nr. 40: Wohn- u. Geschäftshaus
Nr. 63: Wohnhaus
Nr. 91: Wohn- u. Geschäftshaus
Nr. 103: Wohn- u. Geschäftshaus
Nr. 107: Wohn- u. Geschäftshaus
Nr. 109: Wohn- u. Geschäftshaus
Nr. 113: Wohn- u. Geschäftshaus
Stolpersteine in dieser Straße
Erinnerung an Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung. Die kleinen Messingsteine wurden vom Künstler Gunter Demnig vor dem jeweils letzten frei gewählten Wohnort verlegt.