Wohn- u. Geschäftshaus

Maastrichter Straße 46 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2571
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Maastrichter Straße 46, 50672 Köln
Baujahrum 1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 23.07.1984
Stadtteil Neustadt/Nord

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln, da es die Erstbebauung des westlichen Gebiets des ehemaligen Rayongeländes und somit die Entstehungsgeschichte der westlichen Neustadt dokumentiert. Die Bebauung nach dem von Hermann-Joseph Stübben 1881 erstellten Erweiterungsplan verlief in mehreren Phasen. Die repräsentative Maastrichter Straße (vor der Stadterweiterung: Melatener Weg) entstand im wesentlichen zwischen 1885 und 1890 als eine Straße mit Wohnhäusern mit Laden- und Geschäftslokalen.

Das viergeschossige Haus mit Ladenlokal im Souterrain und Toreinfahrt Maastrichter Straße 46 wurde um 1890 gebaut. Es zeigt eine dreiachsige in der OG-Zone symmetrisch gestaltete Fassade mit reichem Rokoko-artigen Dekor im 2. und 3. OG. Ein zweimal gebrochener Erker in der Mittelachse erstreckt sich über die oberen drei Geschosse. Im Aufriß ist eine Dreizonengliederung erkennbar: EG mit 1. OG (Souterrain und Hochparterre), zwei Hauptgeschosse (2. und 3. OG) und OG. Die Hauptgeschoßzone zeigt Fensterbekrönung aus geschweiftem bzw. gesprengtem Giebel mit Putzfigürchen (2. OG, 2. Achse); zwischen den Geschossen laufen schmale Fensterbankgesimse. Ein feiner Girlanden- und Rautendekor der Fensterbrüstungen des 2. OG macht diesen mit den Fensterbekrönungen zum ästhetischen Zentrum der Fassade. Das 4. OG zeigt nur bescheidenen Fensterdekor aus Profilrahmen und Blattschlußstein. Das 1. OG (Hochparterre) weist vier Achsen mit Rundbogenfenster, Kämpfergesims, Erkerfuß und seiner Fenstereinrahmung auf. Das EG ist sehr niedrig mit einem rechteckigen Eingang links, einem Ladenlokal in der Mitte und einer breiten rechteckigen Toreinfahrt rechts. Das o. g. Haus stellt eine späte und entwickelte Variante des ehemals für Köln charakteristischen Dreifensterhauses auf L-förmigem Grundriß (d. h. mit Hofanbau) dar. Der Anbau ist zu einem langen Wohntrakt mit Querflügel (parallel zum Hauptgebäude) geworden, so daß ein nach drei Seiten geschlossener Hof entstand. In dieser Großstadtvariante des kleinbürgerlichen Dreifensterhauses erzielt man auf einem relativ schmalen Baugrundstück ein Maximum an Wohnfläche. Städtebaulich stellt das o. g. Haus - gemeinsam mit anderen Gründerzeitgebäuden der nahen Umgebung - ein heute nur in Ausnahmen erhaltenes Ensemble der repräsentativen Erstbebauung des Brüsseler Platzes bzw. der in ihn mündenden Straßen dar. Der später gebauten Kirche St. Michael (1902 bis 1908) im romanischen Stil wurden Häuser in verschiedenen historischen Stilen entgegengestellt: in der italienischen Renaissance (Brüsseler Platz Nr. 2), in der deutschen Renaissance (Nr. 4), in byzantinisierender Romanik (Nr. 6) oder in Rokoko-ähnlicher Gestaltung (wie das o. g. Haus). Mit dem Nachbarhaus (Eckhaus Brüsseler Platz Nr. 2) bildet das o. g. Objekt in Maß und Aufrißaufteilung eine architektonische Einheit und dokumentiert somit im Bruchstück das ursprüngliche Erscheiungsbild der Maastrichter Straße.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0