Wohnhaus

Maastrichter Straße 47 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6440
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Maastrichter Straße 47, 50672 Köln
Baujahr1885 bis 1886
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 02.04.1992
Stadtteil Neustadt/Nord

Erbaut um 1885/86, 4 Geschosse, 3 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit 2 neueren Gauben, Werksteinfassade im Stil des Historismus (mit später angebrachtem Anstrich), EG teilweise verändert, Fenster und Haustür verändert. Rückseite und seitlicher Anbau verputzt, Fenster und Tür verändert. Im Innern original erhalten: im Flur Holztreppe mit gedrechseltem Holzgeländer, eine Tür; in den Wohnungen teilweise Zimmertüren. Nicht Bestandteil des Denkmals ist die 1geschossige Rückbebauung.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die von H. J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand westlich der Ringstraße zwischen Gladbacher- und Zülpicher Straße das sogenannte "Westend", ein gutbürgerliches Wohn- viertel mit vornehmen Mietshäusern von meist reicher Fassadengestaltung. Die repräsentative Maastrichter Straße, vor der Stadterweiterung Melatener Weg, wurde im wesentlichen 1885-1890 bebaut. Das während der Hauptbebauungsphase der Maastrichter Straße errichtete Haus Nr. 47 gehört zu den wenigen hier noch erhaltenen Zeugnissen der Erstbebauung. Es hebt sich durch seine aufwendige und damals kostspielige Werksteinfassade besonders hervor. Die ursprüngliche Zweifarbigkeit - zur Zeit durch den später angebrachten Anstrich verdeckt - trug wesentlich zur Gestaltungsvielfalt der Fassade bei. Darüberhinaus ist vor allem das 1. Obergeschoß durch die Fensterverdachungen und die mit Dekor versehenen Brüstungsfelder betont worden. Hier befand sich einst das Hauptgeschoß des Hauses, die sogenannte Beletage mit den Repräsentationsräumen. Das o. g. Objekt, eine Variante des für Köln typischen Dreifensterhauses, gibt noch heute Aufschluß über die gehobenen Ansprüche seiner einstigen Bewohner. Trotz einiger Veränderungen wird es somit zum unverzichtbaren Dokument, das als eines der letzten das historische Erscheinungsbild an der Maastrichter Straße bewahrt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0