Siedlung "Märchensiedlung"
Rotkäppchenweg 9 · Holweide
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2582 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Siedlung "Märchensiedlung" |
| Adresse | Rotkäppchenweg 9, 51067 Köln |
| Baujahr | 1920er Jahre |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 23.07.1984 |
| Stadtteil | Holweide |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Holweide und Köln. Es ist ein Bestandteil eines großen, noch weitgehend erhaltenen Siedlungskomplexes - der Märchnensiedlung - der in den 20er Jahren d. Jh. nach Plänen des Architekten Manfred Faber bzw. W. Riphan gebaut wurde. Diese Siedlungebebauung, die für eine in der nahen Großstadt Köln beschäftigte Bevölkerung (vornehmlich für Beamte) errichtet wurde, dokumentiert den Umwandlungsprozeß des einstigen Dorfes Holweide zu einem Kölner Wohnvorort.
Das Haus Rotkäppchenweg 9 ist ein ein- bzw. zweigeschossiges, dreiteilig gegliedertes Gebäude, das seinerseits den Abschluß einer Hauszeile gleichartiger Baueinheiten (Nr. 1 bis Nr. 11) bildet. Die dekorlose Putzfassade zeigt in drei Achsen eine charakteristische Aufteilung. In der 1. Achse wächst das EG in ein turmartiges OG über, das mit einem flachen Zeltdach bekrönt ist; der Mittelteil mit einem Rundbogeneingang weist ein niedrig herunterreichendes Satteldach auf; in der dritten Achse befindet sich ein niedrigerer leicht zurückversetzter Anbau, der auf das Nachbarhaus anschließt. Die ausdifferenzierte Dachgestaltung vermittelt einen dörflich-romantisierenden Eindruck der ganzen Hausgruppe. Die Märchensiedlung war in der Absicht entworfen und gebaut worden, ein Wohngebiet mit in sich geschlossenem ländlich-romantischem Charakter einer Kleinstadt im Grünen zu schaffen. Diese "Gartenstadt" zeichnet sich durch unregelmässig angelegte, scheinbar organisch gewachsene Straßenzüge, einen "Dorfplatz" und malerische Gruppierungen von Einfamilienbauten mit Vorgärten (Gartenpfosten, Lattenzäune, Hecken) und große rückwärtige Zier- und Nutzgärten aus. Die ganze Anlage stellt ein hervorragendes Beispiel einer Verwirklichung der in den 20er Jahren aktuellen Gartenstadtvorstellung, die der Tradition der Idee einer heimatlich-romantischen "Idealstadt" verpflichtet ist. Als integraler Bestandteil eines bestimmten, im Ensemble der Märchensiedlung vertretenen Haustypus, ist der Erhalt des o. g. Objekts einschl. der Einfriedung unverzichtbar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0