Wohnhaus

Stammheimer Straße 19 · Riehl

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2588
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Stammheimer Straße 19, 50735 Köln
Baujahr1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 23.07.1984
Stadtteil Riehl

Nach 1874 wurde in Riehl die Stammheimer Straße als hochwasserfreie Hauptzufahrt zur Erschließung des Neubaugebiets Köln-Riehl angelegt. Das Objekt liegt am südlichen Straßenabschnitt zwischen dem 1859/60 angelegten Zoo und der 1862/64 angelegten Flora, die 1914 durch den Botanischen Garten erweitert wurde. Die Westseite dieses Abschnitts wurde in der Gründerzeit (einheitliche historische Bausubstanz der Gebäude Stammheimer Straße 11 bis 29 und Bodinusstraße 1), die entlang dem Zoo gelegene Ostseite etwa ab 1900 (Nr. 14, 16, 22 - Riehler Kreuzkapelle und Nr. 24 als Bezugsobjekte der näheren Umgebung) bebaut. Der Baumbestand in der Straße, die Vorgärten, die teilweise offene Bebauung der zum Zoo hin gelegenen Straßenseiten, die relativ niedrige dreigeschossige Bauweise und die in leichtem Schwung geführte Straßenachse entsprechen mit ihrem parkähnlichen Charakter dem traditionellen, bis heute viel besuchten Naherholungsgebiet Riehl. Durch Ausrichtung auf den entfernt sichtbaren Dom steht die Stammheimer Straße in direkter Beziehung zur Stadtmitte. Die Rückseite des Hauses liegt an einem Gartenareal, das von der Bebauung der Straße Am Botanischen Garten, der Bodniusstraße und der Stammheimer Straße umgeben ist. Den zum Haus gehörenden Garten mit altem Baumbestand umgibt eine Ziegelsteinmauer. Der Anbau des Hauses und der des rechten Nachbarhauses haben dieselben Abmessungen und sind an der Grenze aneinandergebaut. Um günstige Belichtungsverhältnisse zu erhalten, wurde der Anbau unmittelar hinter dem Vorderhaus schmaler gehalten, so daß an dieser Stelle ein einseitig offener Lichthof gegeben ist.

Das Gebäude wurde 1890 (inschrift über dem Hauseingang) als dreigeschossiges, dreiachsiges Wohnhaus mit einer Stuckfassade errichtet. Die Straßenansicht verbindet eine repräsentative Gesamtarchitektur mit einer gleichwertigen, aber individuellen Darstellung der einzelnen Wohnungen nach außen hin: Durch die mit zunehmender Höhe von Geschoß zu Geschoß abnehmende Betonung der horizontalen Gliederungen, der Verringerung des Fugenabstands der Rustika und der Verminderung der Fensterbreiten am 2. OG und zudem durch den schmalen Risalit in der ersten Achse von links mit frontalen Zwillingsfenstern an jedem Geschoß wird die Wirkung der Gebäudes betont und scheinbar vergrößert. Der Balkon über dem hohen, rechteckigen Hauseingang, der zu beiden Seiten auf je einer den Hauseingang rahmenden Konsole in der Form einer stelenartigen Karyatide (links) und eines stelenartigen Atlanten (rechts) ruht und eine halbrunde Nische mit Vase als Aussparung im Mauerpfeiler zwischen den beiden rechten Achsen am 3. OG, auf einer bis vor das 2. OG herabreichenden, halbrunden, nach unten spitz zulaufenden Konsole, sind weitere die Vertikale unterstreichende Elemente. In den Rahmungen der Fenster werden die Schlußsteine, die Kapitelle der Pilaster, die Überdachungen und die Brüstungsfelder durch eine Vielzahl figürliche Darstellungen (Engels- und Löwenköpfe, pflanzliche Gebilde) hervorgehoben. Auf dem Fensterpfeiler neben dem Risalit am 2. OG befindet sich ein in Ranken gerahmtes Wappen. Der Boden des etwa 2 m breiten Hausflurs, in dessen Mitte fünf Stufen aus schwarzem Marmor (Setzstufen auf weißen Marmor) und zwei Wandhandläufe in Messing zum Niveau des EG aufwärts führen, ist mit farbigen Fliesen (einer farbigen inneren und einer schwarzen Randrahmung) ausgelegt. Das Deckenfeld zwischen der reich profilierten Haustür und dem halbrunden Stützbogen, der von zwei kassettierten Pilastern mit Basen und Kapitellen getragen wird, ist mit einem blattumrahmten, halbrunden Profil, das die barocken Ornamente an den Ecken und mittig zwischen den Ecken verbindet, einer Hohlkehle und einer Wandleiste darunter gerahmt. Für den Boden des Treppenhauses wurde das Fliesenmuster des Hausflurs verwendet. Die zweiläufige Treppe, das Treppengeländer, der Handlauf und der Antrittspfosten mit abschließender Kugel bestehen aus Holz. Die zweiflügeligen Wohnungstüren sind aus Holzrahmen und Holzfüllungen gefertigt. Die Wohnungen enthalten Stuckdecken, Türen, Laibungen, Türrahmen aus Holz und Dielenfußböden. Die Architektur des Gebäudes besteht aus der Verschmelzung der Ausdrucksmittel des traditionellen Kölner Klassizismus mit dem Stilempfinden des Barock.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0