Wohnhaus

Stammheimer Straße 25 · Riehl

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6778
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Stammheimer Straße 25, 50735 Köln
Baujahr1899
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 01.04.1993
Stadtteil Riehl

1899 erbaut. 3 Geschosse, 2 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit Giebelhaus in der rechten Achse; dort auch zweigeschossiger Standerker mit aufgesetztem Balkon. Reich dekorierte, zum großen Teil erhaltene Stuckfassade in Anklängen an Renaissance und Barock. Fenster verändert, Haustür original. Rückseite und seitlicher Anbau: Backstein, gestrichen; Fensteröffnungen mit Stuckeinfassungen, Fenster weitgehend verändert, z. T. zugemauert; an der Rückseite des Anbaues Balkone mit originalen schmiedeeisernen Geländern (im EG Balkongeländer und Treppengeländer zum Garten verändert); auf dem Flachdach des Anbaues originale schmiedeeiserne Einfassung. Im Innern original erhalten: im Vestibül Mosaikfliesenboden, Treppenaufgang mit Marmorstufen, beidseitig Messinghandlauf an der Wand (Wandgestaltung verändert, Decke abgehängt, Form des abschließenden Stützbogens verändert); im Flur Mosaikfliesenboden; Holztreppe, Holzgeländer mit gedrechselten Stäben und Antrittspfosten; Reste von Deckenstuck vor dem Treppenaufgang; Hoftür, Kellertür; im Keller auch Ansatz des Lichtschachts (Wände verputzt, Fenster zu den Wohnungen teilweise zugemauert, Glasabdeckung, Holztreppe zum EG); Wohnungseingangstür im 2. OG; zahlreiche Zimmertüren, Reste von Deckenstuck.

Das im 19. Jahrhundert zur Bürgermeisterei Longerich gehörende Dorf Riehl wurde 1888 zu Köln hin eingemeindet. Enge Verbindungen zur benachbarten Stadt hatten sich bereits seit der Anlage des Zoos (1859/60) und der Flora (1862/64) entwickelt. Seit 1874 wurde das im Überschwemmungsgebiet liegende Hinterland durch den Ausbau hochwassersicherer Straßen erschlossen. Gerade die Stammheimer Straße, an der sich das o. g. Gebäude befindet, läßt die städtebauliche Entwicklung Riehls anschaulich erlebbar werden. Während im nördlichen, ältesten Abschnitt schlichte, zumeist dreiachsige Häuser errichtet wurden, wird der südliche, an Flora und Zoo grenzende Teil geprägt durch aufwendig gestaltete, ehemals mit Vorgärten ausgestattete Mietstockwerkbauten. Das Haus ist integraler Bestandteil eines von der Flora bis zur Bodinus- straße reichenden, nur wenig veränderten Ensembles (Nr. 11 bis Nr. 25). Es trägt zum Verständnis der Stadtarchitektur bei, die hier, in einem für gehobene Ansprüche errichteten Wohnviertel, deutlich den Einfluß der Kölner Ringarchitektur zeigt. Es bringt somit auch das Repräsentationsbedürfnis und Selbstbewußtsein der Riehler Bürger zum Ausdruck, die ihre Häuser der vornehmen innerstädtischen Wohnbebauung anpassen wollten. Als Beispiel für die um die Jahrhundertwende errichtete Riehler Architektur und ihre stadtteilspezifische Ausprägung wird das Gebäude zu einem unverzichtbaren Dokument.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0