Wohnhaus

Zülpicher Straße 402 · Lindenthal

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2601
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Zülpicher Straße 402, 50937 Köln
Baujahr1925
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 23.07.1984
Stadtteil Lindenthal

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Lindenthal, da es die Geschichte der Entwicklung dieses Stadtteils außerhalb des Stadtkerns bzw. der späteren preussischen Umwallung (oder Gürtel) dokumentiert. Lindenthal wurde 1846 als neues Siedlungsgebiet vorwiegend für Kölner Brüger von Köln aus gegründet, wobei hier bereits um das sog. Krieler Dömchen (der kath. Kirche St. Stefan) eine dörfliche Ansiedlung vorgefunden wurde. Mit der Gründung einer Irrenanstalt, nach deren Auflösung ein Krankenhaus errichtet wurde, wurde die Basis für die spätere Universität im östlichen Teil nach der Eingemeindung Lindenthals geschaffen. Die Zülpicher Straße ist eine alte, aus der Stadtmitte Kölns herausführende Landstraße, die an dem alten Dorfraum um den Krieler Dom vorbeiläuft.

Das um 1925 in klassizistisch-barockisierenden Formen errichtete zweigeschossige Wohnhaus ist das letzte vollständig erhaltene Zeugnis einer städtebaulich und künstlerisch äußerst gelungenen Kölner Vorortsiedlung des Architekten Franz Seuffert. Die ehemalige Direktorenvilla steht in unmittelbarer Nähe zum Krieler Dom, dem sie seine Schauseite mit Säulen-gestütztem Balkon und Rondbogen-überwölbter Loggia zeigt. Die dreiachsige geputzte Fassade ist streng axial gegliedert und wird von einem sehr ausgeprägten Zeltdach überdeckt, das auf einem kräftigen Kranzgesims aufsitzt und oben horizontal abschneidet. Zur Straße hin ist die Front zweiachsig mit stuckumrahmten Fenstern, zwei Achsen zeigt auch das Mittelrisalit der Eingangsseite, dessen charaktervoll-zurückhaltende Dominanz von einer breiten, Zwerchhausartigen Dachgaube betont wird. Die Fassade ist verputzt; die Fenster sind - wie die Haustür - original. Im Innern blieb der Originalzustand weitgehend erhalten und dokumentiert die handwerklich-solide Arbeit des Architekten: Terrazzotreppe mit Holzgeländer, alle Türen mit Türgewänden, gußeiserne Heizkörper. Leider ist der Zustand des Objekts seiner Qualität nicht angemessen. Vor allem städtebaulich ist die sehr einfühlsam auf den Krieler Dom abgestimmte Fassade ein unverzichtbarer Teil im fast noch dörflichen Ensemble um die Kirche, die wegen ihrer Feinmaßstäblichkeit durch größere Baublöcke erheblich behindert wurde. Dieses in Teilen noch aus dem 8./9. Jh. stammende Kirchlein war immer eine Kirche auf dem Lande und ist inmitten des kleinen Friedhofs mit alten Grabsteinen eines der ältesten und bedeutendsten Baudenkmäler Kölns. Das barockisierende Wohnhaus hält die Erinnerung an das alte barocke Pfarrhaus wach, das leider abgerissen wurde und an den inzwischen untergegangenen herrschaftlichen "Krieler Hof". Zu dem differnzierten und sehr empfindlichen Ensemble bildet das o. g. Gebäude einen unverzichtbaren, da maßstäblich eingepaßten Bestandteil, der nicht aufgegeben werden darf.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0