Kath. Pfarrkirche St. Albertus Magnus

Suitbert-Heimbach-Platz 11 · Lindenthal

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6555
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungKath. Pfarrkirche St. Albertus Magnus
Adresse Suitbert-Heimbach-Platz 11, 50935 Köln
Baujahr1950 bis 1951
Eigentumkirchliches Eigentum
Eingetragen seit 23.06.1992
Stadtteil Lindenthal

1950/51 und 1959 (Turm) erbaut, Architekt Otto Bongartz; dreischiffige romanisierende Basilika mit quadratischem Chorraum und halbrunder Apsis, Satteldach bzw. Pultdächer (größtenteils erneuert), Backsteingebäude aus Trümmerziegeln mit Werksteingliederungen (Tür- und Fenstergewände), Haupteingang (an der Westseite) mit offener Vorhalle aus einer leichten Betonschale und mit Mosaikbild des hl. Albertus (1959, Peter Hecker), Seiteneingänge mit auf Stützen ruhenden Vordächern (Holzkonstruktion), Fenster (mit Bleiverglasung) und Eingangstüren (Holz-Glas) weitgehend original; Kampanile (1959 locker an der Südseite angegliedert) in Backstein mit kreisrunden Öffnungen im oberen Bereich, Satteldach, Kreuz und Wetterfahne in Gestalt eines Posaunenengels (Entwurf E. Hillebrand). Denkmalpflegerisch relevante Innengestaltung und -ausstattung: Bodenbelag mit Naturstein, die Rundbögen der Scheidarkaden tragende Betonpfeiler mit "Würfelkapitellen", offener Dachstuhl (Holzbinderkonstruktion), Orgelempore (mit Holzbrüstung), Wandmalereien in Frescotechnik von Peter Hecker: Chorwand u. a. mit der "Verklärung des Herrn auf dem Tabor" (1962), Kreuzweg an der Wand des rechten Seitenschiffs (1958), Fresco der hl. Elisabeth (mit stuckiertem Nimbus) am rechten Seiteneingang (1956); am linken Seiteneingang portables Frescobild im Rahmen mit der Darstellung des Franz von Assisi (1924), sonst Wände in hellem Kalkputz; erhöhter Altarraum mit abschließenden Kommunionbänken, Altar sowie Sakramentsaltar in der Apsis aus dunklem Naturstein; Tabernakel (Fritz Zehgruber, 1958), kupfernes Altarkreuz mit silbergetriebenem Korpus (Fritz Zehgruber), Monstranz (aus der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts), Marienfigur von 1370 (Köln), Madonna im Ewigen Licht (Bronzeguß von 1450, 1958 von F. Zehgruber zur Ewig-Licht-Ampel gestaltet); barocker Marienaltar mit Marienbild von Peter Hecker (1951) und "Hohenlinder Kreuz" von Hildegard Domizlaff; Pietà (15. Jahrhundert) in der Marienkapelle mit davor angebrachtem kunstvollem Gitter von Paul Nagel, hier Marienfenster nach Entwurf von Hans Menke; barocker Albertus-Altar mit Albertusbild von Peter Hecker (1944), hier Altarkreuz von Egino Weinert; Skulpturen: Anna-Selbdritt, Hl. Katharina, Hl. Georg; Kirchenbänke (Holz), Türen.

Das og. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die inzwischen abgeschlossene Bauepoche der 50er Jahre ist in bezug auf den Kirchenbau - im westlichen Deutschland und besonders auch im Bereich der Erzdiözese Köln - nicht nur quantitativ, sondern auch baukünstlerisch zu den fruchtbarsten Phasen der europäischen Architekturgeschichte zu zählen. Getragen von bedeutenden Architektenpersönlichkeiten, erreichte keine andere Architekturgattung in dieser Zeit einen vergleichbar hohen Standart. Die katholische Pfarrkirche St. Albertus Magnus wurde 1950/51 als einer der frühesten Kirchenbauten Kölns nach dem 2. Weltkrieg durch Stadtbaurat a. D. Otto Bongartz realisiert. Sie befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum frühromanischen "Krieler Dömchen", das auch Mittelpunkt der neu entstandenen Gemeinde bleiben sollte und in die Gesamtkonzeption einbezogen wurde. Bereits vor dem Krieg existierten Planungen für einen, auf Grund der anwachsenden Gemeinde notwendig gewordenen Neubau, wobei das dem Krieler Dom benachbarte Grundstück dann 1941 von den Karmelitinnen erworben werden konnte. St. Albertus Magnus wurde als dreischiffige romanisierende Basilika in schlichtem Ziegelmauerwerk (Trümmerziegel) errichtet und erhielt erst 1959 den seitlichen, als freistehenden Kampanile erbauten Turm, der als Höhepunkt der Bautengruppe die alte und die neue Kirche harmonisch zusammenfügt. Auch die romanisierende Gestaltung von St. Albertus Magnus sowie das Motiv des offenen Dachstuhls stellen bewußt eine Verbindung zur benachbarten frühromanischen Kirche her. Entsprechend tragen auch im Innern Betonsäulen mit "Würfelkapitellen" die Rundbögen der Scheidarkaden. Eine neue qualitative Stufe erreichte der Kirchenraum durch die Fresken des Kölner Kirchenmalers Peter Hecker. Dabei ist das große Wandbild auf der Altar-Rückwand mit dem Hauptthema der "Verklärung des Herrn auf dem Tabor" hier besonders hervorzuheben. 1962 fertiggestellt, ist es Heckers letztes großes Wandbild überhaupt und in seiner Bildmächtigkeit nur noch mit seinem "Weltgericht" von 1949/50 in Dominikus Böhms Krankenhauskirche St. Elisabeth in Hohenlind vergleichbar. St. Albertus Magnus wird somit als einer der wenigen, während der 50er Jahre im Erzbistum Köln errichteten romanisierenden Kirchenbauten zum unverzichtbaren Dokument, das, nicht zuletzt durch die Ausmalungen Heckers, auch eine bedeutende künstlerische Innengestaltung und -ausstattung aufweist.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0