Wohnhaus
Herwarthstraße 23 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2687 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Herwarthstraße 23, 50672 Köln |
| Baujahr | 1889 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 16.10.1984 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Zwischen der inneren und der äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Stadtbaumeisters Hermann-Joseph Stübben als erste große Stadterweiterung Deutschlands durchgeführt. In einheitlicher spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden. Vom Kaiser-Wilhelm-Ring aus gesehen erweitert sich der Straßenraum der Herwarthstraße zu einem Platz um die Christuskirche herum. Die Turmfassade und Vorhalle der Kirche stehen in der Straßenachse dem Ring zugewandt. Über die umgebende Wohnbebauung hinaus bezieht sich der Turm im wesentlichen auf die Achse des Hansarings bis zur Bahnüberführung am Hansahochhaus. Von dort aus geleitet sein Aspekt zum Stadtgarten und ins Innere der Neustadt. Zudem bilden der Kaiser-Wilhelm-Ring, die Herwarthstraße und der Stadtgarten eine zusammenhängende Folge innerstädtischer Grünräume. Der Straßenraum zwischen dem Ring, der Christuskirche und südwestlich längs des Kirchenschiffs hat seinen ursprünglichen Charakter weitgehend erhalten. Die äußerst plastisch detaillierten Fassaden Nr. 5 und 10 geben der Turmfassade vom Ring aus gesehen ihre ursprüngliche Rahmung. Die Eckhäuser 7 und 17 sind prunkvolle Substanz der ursprünglichen Bebauung des Kirchenvorplatzes und Fassung der einmündenden Werderstraße, der sich die Fassaden Nr. 21 und 23 längs des Kirchenschiffs zum Stadtgarten überleitend anschließen.
Das Gebäude Herwarthstraße 23 wurde 1889 als viergeschossiges, dreiachsiges Wohnhaus mit einem Balkon und einer Backsteinfassade mit Stuckgliederungen errichtet. Die Elemente der Fassadenarchitektur sind das EG als Fassadensockel, der zu einer etwa quadratischen Einheit zusammengefaßte Mittelteils aus 1. und 2. OG und der bekrönende Dachfries als 3. OG. Von der Fassadengestaltung des EG sind die Umrahmungen des Hauseingangs und die seitlichen Konsolen des Mittelbalkons am 1. OG in Urfassung erhalten geblieben. Das Stockwerkgesims des EG, die Reliefs der Brüstungsflächen und die Fensterbankgesimse des 1. OG - am Balkon Balustradenbrüstung - vereinen sich zu einem friesartigen Gesims, das dem EG seinen lasttragenden Ausdruck gibt. Am 1. und 2. OG ordnen sich die aufgesetzten und eingelegten Schmuckdetails den Flächen des Fassadenklinkers unter. Die Lagerfugen, scheitrechten Fensterstürze, flachen Gesimse geben dem horizontal geordneten Ausdruck den Vorrang. Die hiervon abweichenden Kreisbogen der Fensterüberdachungen nehmen auf die schmalteilige Arkadenreihung des Dachfrieses Bezug. Beide Elemente umfassen dekorative Schmuckfelder. Die dreiachsige Fassade und die Mittelachse als Symmetrieachse sind aus dem Kölner Klassizismus übernommen. Der eigenständige architektonische Entwurf gibt dem Repräsentationswillen seiner Zeit mit abgewandelten Bauformen der Renaissance Ausdruck.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0