Wohnhaus
Herwarthstraße 21 · Altstadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4478 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Herwarthstraße 21, 50672 Köln |
| Baujahr | 1889 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 09.03.1988 |
| Stadtteil | Altstadt/Nord |
Das Wohnhaus wurde 1889 errichtet. Baukünstlerisch erinnert das hohe, 4-geschossige Wohnhaus mit ausgebautem Souterrain und aufgestockter Mansardzone im Dachbereich an die alte Kölner Tradition des Dreifensterhauses. An die hohe, plastisch gebänderte Erdgeschoßzone schließt sich die Backsteinfassade mit Stuckverzierungen in den zwei Hauptgeschossen und die glatt verputzte Fassade des Erdgeschoßbereiches an. Während die hohen Fenster, auch durch den rationell eingesetzten Dekor, die senkrechten Linien betonen, sorgt das auf Konsolen liegende, stark ausgekragte Kranzgesims, begleitet von drei Brüstungsbändern, für den Abschluß und waagerechten symmetrischen Ausgleich.
Im Unterschied zu den erwähnten alten rheinländischen Bautraditionen bezeugt das konsequente Hervorheben der Eingangsachse mit Erker und zwei Balkonen das neue modische Bestreben zum Durchbruch der regelmäßigen Symmetriebindung. Das Karayatiden-, Kranz-, Konsolen- und Balustraden-Motiv des Erkers entfaltet sich an der ganzen Fassade, besonders aber in dem als "piano nobile" verfaßten 1. OG. Im Hausinnern sind noch einige zweiteilige Wohnungseingangstüren mit Oberlicht, eine schöne Terrazzotreppe und andere gestalterische Details aus der Erstbebauungszeit erhalten.
Ortsgeschichtlich ist das o. g. Objekt bedeutend, weil es die Erstbebauung des westlichen Gebietes des ehemaligen Rayongeländes und somit die Entstehungsgeschichte der Kölner Neustadt belegt. Die Bebauung nach dem von J. Stübben und K. Henrici 1881 erstellten Erweiterungsplan erfolgte in mehreren Phasen und ließ zwischen dem Gereonswall und den preußischen Befestigungsanlagen ein Netz von Straßen mit jeweils unterschiedlicher Bestimmung entstehen. Rasterförmig um die Verkehrsschneisen der Gereonsstraße und Gladbacher Straße und an beiden Seiten der Ringachse entstanden kleinere, topographisch klar ablesbare ruhigere Wohnstraßen und Wohnplätze für Bewohner mit mittleren und gehobenen Ansprüchen. Zu diesen kann man auch die ursprüngliche Bebauung um die Christuskirche zuordnen.
Städtebaulich ist das o. g. Objekt in der architektonischen Grundkonzeption verbunden mit der Verzierung des Nachbarhauses Nr. 23 sowie mit dem Eckhaus zur Werderstraße und mit anderen Bauten des um die Christuskirche angeschlossenen Platzes. Das teilweise noch nachvollziehbare Ensemble vermittelt ein abwechslungsreiches Erscheinungsbild der Gründerzeit Kölns.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0