Georgshof

Keimesstraße 2 · Volkhoven/Weiler

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2691
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungGeorgshof
Adresse Keimesstraße 2, 50765 Köln
Baujahr1787
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 16.10.1984
Stadtteil Volkhoven/Weiler

Der Georgshof ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Volkhoven/Weiler, weil er die Geschichte dieses Orts dokumentiert und ein wichtiger Teil der historischen Bausubstanz ist. Volkhoven, das bereits 1888 in Köln eingemeindet wurde, wurde 1975 mit Weiler zu einem Stadtteil vereinigt. Während das Ortsbild von Volkhoven noch heute durch eine Anzahl großer Höfe bestimmt wird, ist das nördlich gelegene Weiler vor allem wegen seiner Kirchenbauten Alt und Neu St. Cosmas und Damian hervorzuheben, von denen die erste leider derzeit ungenutzt ist. Weiler ist von den Auswirkungen des östlich gelegenen Ortsteils Chorweiler nicht gänzlich verschont geblieben, so daß die verbliebene Substanz des ehemaligen Dorfs eines besonderen Schutzes bedarf.

Das Herrenhaus des Georgshof wurde lt. Wappenstein über der Tür 1787 errichtet. Die ursprüngliche spätbarocke Fassade hat sich noch auf der Hofseite erhalten: drei mittlere, eng beieinanderliegende Fenster mit der axialen Eingangstür, die Außenachsen des fünfachsigen, zweigeschossigen Wohnhauses weit nach außen geschoben. Ein Satteldach mit seitlichen Kaminköpfen überdeckt das Gebäude. Zur Straße hin wurde um 1905 die Fassade stuckiert, wobei auch auf dieser Seite gleichartige fünfachsige axiale Gliederung mit einem kleien, das kräftige Kranzgesims durchschneidenden Ziergiebel akzentuiert wurde. Die Fenster wurden als Holzflügel mit Oberlicht stilähnlich erneuert, die Haustür ist neu. Zur Hofseite hin dokumentieren die leicht eingeschnittenen Natursteinumrahmungen um Fenster und Eingangstür und das verputzte Mauerwerk den baulichen Anspruch dieses nach dem Dresenhof ältesten Hofanlage von Volkhoven-Weiler. Auch die Giebelfassaden sind verputzt. Im Innern des Gebäudes bleibt die Substanz des Umbaus um die Jahrhundertwende erhalten. Der Grundriß mit mittig das Gebäude durchquerender Diele ist original und entspricht dem im 18. Jh. im Kölner Raum üblichen Herrenhausschema. Die Diele ist mit Ornamentfliesen belegt, originale Türen und eine Holztreppe mit Holzgeländer aus dem Anfang d. Jh. blieben erhalten (schmucklose Türbogen). In der Küche befindet sich aus der gleichen Zeit eine blau-weiße Verfliesung mit polygonalen Fliesen und einige Einbauschränke. Auf dem Dachboden steht noch der Räucherofen. Fußboden aus Holzdielen. Die geschlossene Hofanlage zeichnet sich durch eine, dem Herrenhaus gegenüberliegende 1778 inschriftlich datierte Scheune aus, die also älter als das Herrenhaus ist. Zur Keimesstraße hin befand sich früher in dem ebenfalls originalen Backsteinmauern ein großer Torbogen, der jedoch zugemauert wurde. Die der Keimesstraße gegenüberliegende Hofseite wird mit einem neuzeitlichen Gebäude abgeschlossen. Die Miste in Hofmitte wurde durch eine Bepflanzung ersetzt. Das Ensemble um die alte Dorfkirche St. Cosmas und Damian ist mit der fast dörflich gebliebenen Keimesstraße und dem mahen Dresenhof ein unverzichtbarer Rest der dörflichen Ansiedlung, die von den Strömungen städtischer Verfremdung bewahrt werden konnte. Sie ist ein Teil der originalen Landschaft, die für die Menschen der nahen Ansiedlung Chorweiler einen wichtigen Erholungswert besitzt. Trotz beachtenswerter Schäden am Kranzgesims ist der Gesamtzustand zufriedenstellend.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0