Wohnhaus

Merlostraße 16 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2698
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Merlostraße 16, 50668 Köln
Baujahrum 1912
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 16.10.1984
Stadtteil Neustadt/Nord

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln, da es die Erstbebauung des nördlichen Gebiets des ehemaligen Rayongeländes und somit die Entstehungsgeschichte der Neustadt dokumentiert. Die Bebauung nach dem von Hermann-Joseph Stübben 1881 erstellten Erweiterungsplan erfolgte in mehreren Phasen und ließ zwischen dem Gereonswall und den preußischen Befestigungsanlagen ein Netz von Straßen mit jeweils unterschiedlicher sozialer Bestimmung entstehen. In der Merlostraße entstanden vor allem Wohn- und Geschäftshäuser für Bewohner mit gehobenen Wohnansprüchen.

Das viergeschossige Eckwohnhaus mit zwei Giebelgeschossen wurde um 1912 errichtet. Ein mächtiger Risalit mit Dreieckgiebel (Merlostraße), ein Erker (Blumenthalstraße) sowie Balkone (Blumenthalstraße und die abgeschrägte Ecke) gliedern plastisch die breiten Fassaden (sieben zu fünf Achsen) mit strengen Stuckdekorformen im Stil des Neoklassizismus. Drei Reliefs mit Kindergestalten im EG sowie die Freitreppe mit einer Balustradenbrüstung ergänzen die ästhetische Einheit der Fassadengestaltung. Die originale Einfriedung des o. g. Hauses mit einem Schmiedeeisengitter erhöht die repräsentative Wirkung des Gebäudes. Im Hausinnern ist erhaltungswürdig: Marmorfußboden, -wandverkleidung, Wand- und Deckenstuck im Hausflur, Marmortreppe mit Holzgeländer und Deckenstuck im Treppenhaus, Deckenstuck in den Wohnzimmern sowie die weitgehend erhaltene originale Grundrißstruktur der Wohnungen. Mit dem Bau Merlostraße 8 korrespondiert das o. g. Objekt in Maß, Proportion und Stil und stellt mit ihm zusammen eine architektonische Antwort auf das mächtige neobarocke Gebäude des Oberlandesgerichts, dessen eine Fassade das Erscheinungsbild der Merlostraße maßgeblich prägt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0