Wohnhaus
Blumenthalstraße 54 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6612 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Blumenthalstraße 54, 50670 Köln |
| Baujahr | um 1908 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 11.09.1992 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Erbaut um 1908, 4 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß mit doppelter Gaubenreihe; 3 Achsen, 3geschossiger Mittelerker mit aufgesetztem Balkon (originale Brüstung), Putzfassade mit Stuckgliederungen überwiegend im Stil des Neoklassizismus; ältere Holzfenster mit Sprossen, originale "Mäusebleche" vor den Kellerfenstern, ältere Haustür aus Holz. Rückseite (teilweise verändert) backsteinsichtig, Balkone mit originalen Brüstungsgittern, Fenster weitgehend original bzw. in Anlehnung an den ursprünglichen Zustand erneuert, Türen größtenteils original. Im Innern original: im Vestibül Stützbogen mit Putzgliederung; im Flur teilweise Terrazzoboden mit Mosaikeinlagen, Terrazzotreppe (mit später angebrachtem Metall- und Holzgeländer), Zwischenpodeste mit Mosaikeinlagen, Reste von Deckenstuck (Mittelrosette). Bestandteil des Denkmals ist auch der rückwärtige Garten mit den teilweise erhaltenen niedrigen Backsteineinfassungen der Beete sowie den seitlichen Einfriedungsmauern aus Backstein.
Die von H.J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend, legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand im nördlichen Teil der Neustadt, zwischen Neusser- und Riehler Straße, das sogenannte "Gerichtsviertel", wo sich vorrangig das mittlere und gehobene Bürgertum ansiedelte. Die den Neusser- mit dem Riehler Platz verbindende Blumenthalstraße wurde im wesentlichen erst zu Beginn dieses Jahrhunderts, um 1906-12, bebaut. Das um 1908 errichtete Haus Nr. 54 ist integraler Bestandteil des in Teilen noch erhaltenen Straßenzugs. Es hebt sich durch seine axialsymmetrische architektonische Gestaltung, wobei der 3geschossige Erker einen markanten Akzent setzt, besonders hervor. Charakteristisch für den - vorherrschenden - Neoklassizismus ist, neben dem klaren Aufbau auch die maßvolle Ornamentik, die die Fassade bereits deutlich von denen des Historismus absetzt. Das og. Gebäude, das mit dem Eckhaus zur Merlostraße (Nr. 16) in unmittelbarer Nachbarschaft zum Gebäudekomplex des Oberlandesgerichts ein Ensemble bildet, ist somit unbedingt erhaltenswert. Noch heute bewahrt es das ursprüngliche Erscheinungsbild an der Blumenthalstraße und wird, auch im Hinblick hierauf, zum unverzichtbaren Dokument für die Kölner Architekturentwicklung zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0