Wohnhaus
Yorckstraße 11 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2715 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Yorckstraße 11, 50733 Köln |
| Baujahr | 1905 bis 1910 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 16.10.1984 |
| Stadtteil | Nippes |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln, insbesondere für den Stadtteil Nippes, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Nippes hat sich aus einer im Mittelalter zur Herrlichkeit Mauenheim gehörenden Ansammlung von Höfen entwickelt, von denen einer, am Nipp (= steil abfallende Höhe) gelegen, dem Stadtteil den Namen gab. Dieser wuchs erst aufgrund von Industrieansiedlungen (Porzellanfabrik, Werkstätte der Rheinischen Eisenbahn) in der zweiten Hälfte des 19. Jh. zu einer relativ geschlossenen Stadtlandschaft zusammen und wurde erst 1888 in die Stadt Köln eingemeindet. Im Bereich Yorchstraße/Leipziger Platz ist eine mehr gutbürgerliche nach der Jahrhundertwende entstandene Bebauung anzutreffen. Sie dokumentiert die starke bauliche und wirtschaftliche Weiterentwicklung zu den älteren, südlichen Bereichen.
Das um 1905 bis 1910 erbaute Mietstockwerksgebäude ist durch eine einheitliche farbliche Fassung mit den Häusern 13 und 15 zusammengefaßt. Auch stilistisch bestehen in den dem späten Historismus zuzuordnenden Fassaden Ähnlichkeiten. Das Haus Nr. 11 ist viergeschossig, ein axialer Schmuckgiebel und große originale Dachgauben im Mansarddach bilden ein weiteres Giebelgeschoß. Die Rustikaornamentierung der dreiachsigen Stuckfassade ist bis in das 2. OG hochgezogen, hinzu kommen barockisierende Fensterverzierungen und Stuckeinrahmungen. Die für die Erbauungszeit recht konservativ gestaltete Straßenfront ist axial gegliedert mit einem einachsigen Mittelerker und aufwendigen, originalen Fenstern. Sehr bemerkenswert und fast einzigartig ist das original erhaltene, doppelflügelige Einfahrtstor. Rückwärtige Fassade in Backstein. Originale Einfriedung mit kraftvollem Eisengitter. Auch das Innere dokumentiert das Repräsentationsbedürfnis des fast großbürgerlichen Bauens in seiner hervorragenden Lage am Leipziger Platz. Im Eingang ist der Terrazzoboden mit einem Mosaikmotiv dekoriert; auch die Podeste der Terrazzotreppe mit aufwendigem Eisengeländer sind reich geschmückt. Seitenwände des Eingangsbereichs in Marmor. Im 1. OG blieb die originale Etagenaufteilung mit repräsentativen Wohnungs- und Zimmertüren sowie Stuckdecken erhalten (desgleichen im 4. OG). Historisierender Wand- und Deckenstuck auch in der Eingangshalle. Der Bereich um den Leipziger Platz zeichnet sich durch eine meist aufwendige und repräsentative Bebauung aus. Glücklicherweise haben Kriegs- und Nachkriegseinflüsse den großbürgerlichen Charakter dieser historischen Bebauung nicht wesentlich verändert, so daß der städtebauliche Gesamteindruck erhalten blieb. Zum Bestand dieses historischen Platzraums ist das o. g. Gebäude unverzichtbar, da es ein wesentliches und charakteristisches Element dieses Stadtteils bildet.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0