Wohn- u. Geschäftshaus

Ehrenfeldgürtel 147 · Neuehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2738
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Ehrenfeldgürtel 147, 50823 Köln
Baujahr1921
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 06.11.1984
Stadtteil Neuehrenfeld

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Neuehrenfeld, da es Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Dieser Stadtteil wurde von Ehrenfeld aus, das 1879 die Stadtrechte erhielt, gegründet, wobei es vom Norden her (Landmannstraße, Lenauplatz) und vom Süden her (Ottostraße, Eichendorffstraße) erschlossen wurde. Backsteinkirchen im neugotischen Stil, St. Anna in der Ottostraße, St. Peter am Simarplatz, bildeten Beziehungspunkte der Wohnbesiedlung. Der Norden (Takuplatz) wurde von Genossenschaften (z. B. Ehrenfelder Wohnungsgesellschaft) besiedelt. Der Ehrenfeldgürtel ist eine breit angelegte Allee, deren Umgebung noch vor dem Ersten Weltkrieg mit bürgerlichen Wohnbebauungen erschlossen wurde.

Das 1921 vom Architekten Gottfried König erbaute dreigeschossige Wohn- und Geschäftshaus mit ausgebautem Mansarddach zeigt zum Ehrenfeldgürtel vier, zur Fridolinstraße sechs Achsen. Das Eckhaus besitzt eine sehr konservative Fassade, die durch eine senkrechte Gliederung der Achsen mit Stuckfestons in den Brüstungen gegliedert wird. Die Fenster des 2. OG schließen mit einem Halbkreisbogen ab. Der Laden im EG wurde verändert. Die Haustür (mit Facettscheiben) ist original, die Fenster wurden (leider) erneuert. Zur Fridolinstraße ist in der zweiten Achse in den OGs ein feingliedriger Gitterbalkon vorgesetzt. Im Innern dokumentieren die aufwendigen Gestaltungen des Eingangs die Kontinuität des Bauens auch drei Jahre nach dem Ersten Weltkrieg. Der Terrazzoboden weist historisierende Mosaikmuster auf, roter Marmor mit grauer Marmorumrandung schmückt die Wandbrüstungen. Darüber strukturieren Wand und Decken lisenenartige Stuckverzierungen (mit Teilstab). Die Terrazzotreppe besitzt ein aufwendiges Holzgeländer. Das Buntglasfenster zum Treppenhaus ist in den OGs teilweise original erhalten. Die Wohnungen wurden erneuert (Stuckrosetten an Wohnungsdecken). Das Haus ist unverzichtbares Dokument architektonischer Kontinuität in Neuehrenfeld, wie es nur noch in wenigen Beispielen erhalten blieb. Als Eckhaus ist es ein wichtiges Bindungsglied zur neueren Bebauung.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0