Wohnhaus

Pantaleonswall 50 · Altstadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2742
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Pantaleonswall 50, 50676 Köln
Baujahrum 1890 bis 1895
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 06.11.1984
Stadtteil Altstadt/Süd

Das Objekt Pantaleonswall 50 wurde um 1890 bis 1895 als viergeschossiges, sechsachsiges Wohnhaus mit zwei Erkern, einem Portal und einer Stuckfassade errichtet. Wie der als Anschauungsobjekt erhaltene Teil der mittelalterlichen Stadtmauer Kölns am Hansaplatz zeigt, lagen die Wallstraßen stadtseits längs der Mauer. Der Abschnitt Pantaleonswall liegt im Südwesten der ehem. halbkreisförmigen Befestigungsanlage vor St. Pantaleon im Bereich der Bäche zwischen der Weyerstraße, Am Duffesbach, Am Weidenbach; die Pantaleonsmühlengasse kreuzt den Pantaleonswall. Nach Niederlegung der Stadtmauer wurden die Wallstraßen in den Bau der Neustadt einbezogen. Sie bilden die Berührungslinie zwischen der Altstadt und der Neustadt, die bei der Planung Stübbens die gegenseitige Erschließung der beiden Stadtregionen entscheidet. Der weitreichende Wiederaufbau der Umgebung zeigt, daß der umgebende Stadtteil nahezu absolut zerstört war. Die wenigen älteren Einzelobjekte wie das Haus Pantaleonswall 50 haben durch den Kontrast zu ihrer Umgebung besonders hohe kulturgeschichtliche Bedeutung.

Die Bänderungen der Brüstungszonen grenzen die einzelnen Geschosse als individuelle Bereiche gegeneinander ab. Ihre Eigenständigkeit wird insbesondere durch unterschiedliche Schmuckformen der Fensterumrahmungen unterstrichen, die von Geschoß zu Geschoß abnehmen. Im Gegensatz zu diesem architektonischen Merkmal stehen das EG mit Souterrain, das als Sockel der Fassade mit dem ballustradengezierten Brüstungsband am 1. OG abschließt. Seine horizontal gebänderte Rustika greift in die Wand des 1. OG vermittelnd über. Das 4. OG leitet mit niedrigen Fensterhöhen und mit Pilastern als seitliche Begrenzungen der Fenster zum Traufgesims und der Dachzone über. Dieses Bild wird wiederum von der symmetrischen Ordnung des Fassadenaufbaus überlagert. Der Hauseingang in der Mitte betont die Symmetrieachse durch seine bis zur Brüstung des 1. OG reichende Höhe und seinem durch Schmuckformen hervorgehobenen Halbkreisboten, der als Einzelform der Fassade nur den Hauseingang überspannt. An den oberen Geschossen wird die Symmetrie durch zwei Erker unterstrichen, welche in ihren Höhen die Fassade in zwei in sich symmetrische Einzelhälften unterteilen und deren Symmetrie sich mit Zwillingsfenstern unter den Erkern von oben nach unten in das EG übergreifend fortsetzt. Bindung an Vorbilder des Kölner Klassizismus und der Renaissance entsprechend mit eigenständigem Entwurf dem Repräsentationsbedürfnis seiner Zeit. Im Hausflur führt von einer quadratischen Fläche hinter der Haustür eine elfstufige Steintreppe auf die Ebene des EG. Je vier Fliesen der Bodenfläche tragen den Dekor eines Knotens im Zentrum, den der abstrahierte Umriß einer Feldrahmung aus einfarbigen, gemusterten Bändern und breiter Randrahmung. Die Farben Schwarz, Rot, Türkis und mehrere Brauntöne leiten zu den in Schwarz, Rot und Hellbraun marmorierten Treppenstufen über. Die Wandsockel schließen in der Höhe von einem Meter über dem Niveau des EG mit einem horizontalen Gesims ab. Seine Flächen werden von horizontalen, abwechselnd tiefliegenden und erhabenen ebenen Bändern gegliedert. Die Wandflächen darüber sind mit je drei gerahmten Feldern besetzt, einem mittleren, großen Feld, einem liegenden Rechteck und kleineren, seitlichen Feldern, zwei stehenden Rechtecken. Die halbkreisförmig, konkaven Ecken werden von Katuschen überlagert. Die Deckenkehle unterstützt ein mit Gesimsen beidseitig eingefaßtes Konsolfries. Die niedrige, aber tiefliegende Kehle läuft flach gegen die Dekkenfeldrahmung aus. Das Zentrum des Deckenfelds bildet eine kreisrunde Rosette mit hängendem Zapfen. Den scheitrechten Stützbogen mit halbrunden Kehlen, profilierten Kanten und äußerer Rahmung, bekrönt mit einer Kartusche im Scheitel, unterstützen zwei reich profilierte Pilaster. Der Dekor des Fliesenfelds unter dem Sützbogen setzt sich aus Randrahmung und Blütenmotiv zusammen. Der Treppenhausboden trägt den gleichen Dekor wie der Boden am Hauseingang. Die gerade, zwei- und gegenläufige, rechtswendende Treppe aus schwarzem Stein trägt ein Holzgeländer mit hohem Antrittspfosten im EG und Holzhandlauf. Das Profil des Antrittspfostens setzt sich aus zylindrischer Basis, vasenförmigem Mittelteil, einem sich nach oben verjüngendem konischen Schaft und einem bekrönenden Teller mit Vase zusammen. Der Boden der Zwischen- und Stockwerkpodeste besteht aus Fliesenbelag mit einem Dekor aus vielfarbigen, gerahmten Fliesenspiegeln. Die Wohnungsabschlußtüren zum Treppenhaus sind zweiflügelig mit entsprechend zweigeteilten Oberlichtern. Die Form gleicht einem Zwillingsfenster mit zweifeldrigen Brüstungselementen, die mit Fries und Gesims abschließen, darüber eine Ornamentverglasung aus je zwei schmalen, hohen Rechtecken. Das ausladende Kämpferprofil bildet die Überdachung. Die horizontalen Elemente verbindet ein kraftvoll dimensionierter Mittelpfosten aus Postament, Schaft und Kapitell. Die Wandanschlüsse wiederholen den Mittelpfosten als vertikale Hälften. Die Wohnungen enthalten weitgehend ihren ursprünglichen Ausbau. Die niedrigen, beidseitig mit Profilleisten gefaßten Deckenkehlen laufen flach zum Deckenfeld hin aus. Die Deckenflächen tragen plastisch ausgeprägte Mittelrosetten, teils auch Eckrosetten. Türblätter und -laibungen bestehen aus Holzrahmen und -füllungen.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0