Wohn- u. Geschäftshaus

Weyerstraße 71 · Altstadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_3687
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Weyerstraße 71, 50676 Köln
Baujahrum 1880 bis 1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 04.08.1986
Stadtteil Altstadt/Süd

Das um 1880/90 erbaute Wohn- und Geschäftshaus besitzt eine 4-geschossige Stuckfassade im Stil des späten Historismus. Die Fassade wurde 1986/87 anhand alter Fotos rekonstruiert. Der relativ schlichte Formenkanon beschränkt sich auf klassizistische Übergiebelungen des 1. Obergeschosses und die Rustizierung des Erdgeschosses. Die axiale Ausrichtung bewirkt ein kleiner schmiedeeiserner Balkon im 1. OG, dessen Geländer ebenfalls erneuert wurde. Auch die Fenster wurden originalähnlich wieder rekonstruiert, wobei die Bleiverglasung des 1. Obergeschosses erwähnenswert ist.

Das Erdgeschoß wird als Gastwirtschaft genutzt, in dem die Tradition der gründerzeitlichen Nutzung auch in der Fassadenbeschriftung bewahrt blieb. Der ursprüngliche Zugang zu den Wohnräumen durch die Gaststube wurde verlegt.

Im Innern ist nur noch die steile Holztreppe mit Holzgeländer original, die jedoch durch eine gangbarere ersetzt werden soll. Bemerkenswert ist vor allem der große alte Gewölbekeller aus Backstein, dessen Datierung als neuzeitlich oder mittelalterlich, nicht möglich war. Ein kleinerer Gewölbekeller schließt sich an.

Das Haus Weyerstr. 17 ist bedeutend für die Geschichte der Kölner Altstadt, deren mittelalterliche Bausubstanz allerdings bis auf wenige Reste, die romanischen Kirchen, verschwunden ist. Durch den Niedergang der freien Reichsstadt ab dem 15. Jahrhundert genügte den Einwohnern bis weit in das 19. Jahrhundert der durch den weiten Mauerring abgegrenzte Siedlungsbereich, wobei nach der preussischen Besetzung ab 1814 eine langsame Erneuerung der vielfach baufälligen Häuser einsetzte. Mit der wirtschaftlichen Blütezeit ab 1860 und der starken Bevölkerungsvermehrung wurden auch die zahlreichen Wein- und Klostergärten der Altstadt zugebaut, so daß bis zur Sprengung des Mauerrings im Jahre 1881 eine stark gründerzeitliche Wohnbebauung mit vorsichtiger Korrektur des mittelalterlichen Straßensystems erfolgte. Die erheblichen Zerstörungen des 2. Weltkrieges trafen besonders die Reste der Profanbauten aus der Zeit vor 1800 im Altstadtbereich um den Dom.

Innerhalb der stark zerstörten Altstadt ist das Gebäude als Rest der gründerzeitlichen Bauperiode bedeutend und maßstabbildend. Als historisches Dokument ist das o. g. Gebäude in seiner Rückbeziehung auf alte Traditionen nicht ohne Ausstrahlung.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0