Wohnhaus
Kaiserswerther Straße 4 · Bilderstöckchen
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2749 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Kaiserswerther Straße 4, 50739 Köln |
| Baujahr | um 1920 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 07.11.1984 |
| Stadtteil | Bilderstöckchen |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Bilderstöckchen, da es die Geschichte der Besiedlung dieses Ortsteils dokumentiert. Der Ortsteil verdankt seinen Namen einem noch heute vorhandenen Bildstock an der Longerischer Straße, der schon seit Mitte des 16. Jh. als Grenzmarke nachgewiesen werden kann. Der 1888 eingemeindete Stadtteil blieb bis in die 30er Jahre d. Jh. wenig bebaut, weil sich bis dahin im Norden ein größeres Artilleriedepot befand. Allein an der Escher Straße und später an der Osterather Straße entstanden einige Miethäuser. Bemerkenswert ist der zwischen 1910 und 1914 entstandene Blücherpark mit anschließenden Kleingärten.
Die um 1926 bis 1928 vom Architekten Hagelücker mit drei- bis viergeschossigen Wohnhäusern bebaute Straße ist eine kurze, von der Geldernstraße abgehende Wohnstraße, die auf den charaktervollen Turm der um 1912 erbauten städtischen Schule für Erziehungshilfe in der Osterather Straße führt. Die Bebauung beider Seiten besteht aus gleichartigen, dreiachsigen Mietstockwerksbauten, die axial von einem außerordentlich plastischen, im DG sich expressionistisch verjüngenden Treppenhausturm akzentuiert werden. Trotz der Gleichheit der Bauten handelt es sich hier um Privatbesitz, der stilistisch aber viele Elemente des Siedlungsbaus der 20er Jahre aufweist. Hierzu gehören die rundbogigen Fenster des EG, während die OGs gerade Fensterstürze aufweisen. Das 3. OG ist um eine Balkonbreite bei allen Häusern zurückgesetzt, was den in der Länge der Straße gereihten Treppenhaustürmen gesteigerte Kraft und Dominanz verleiht. Über den (meist erneuerten) Hauseingängen werden sie von kräftigen stuckierten Konsolen abgefangen (originale Haustüren in den Häusern Nr. 3 und 9). Bei den Bauten mit den geraden Nummern (4 - 14) wechseln in der Fassade horizontale Schichten aus rotem Backstein und horizontal abgezogenem, außerordentlich rauhem Putz ab. Die gegenüberliegenden Häuser weisen Rauhputz auf. Hier ist die Nr. 9 durch sein expressives, spitzgiebliges Treppenhaus mit teilweise originalen Fenstern besonders bemerkenswert. Die Fenster der anderen Gebäude wurden erneuert. Die rückwärtigen Fassaden sind verputzt, wobei auch hier das 3. OG zurückgesetzt wurde. Zu der großen begrünten Freifläche öffnen sich Balkons. Im Innern blieben der Terrazzoboden des Eingangs sowie die Terrazzotreppe mit Holzgeländer erhalten. Die Wände der Treppenhäuser sind gekachelt. Städtebaulich ist die Gebäudegruppe ein in Köln seltenes Beispiel des spätexpressionistischen privaten Wohnungsbaus, der schon aufgrund der damaligen wirtschaftlichen Lage die Vorteile der Serie aus dem Siedlungsbau übernahm. Mit relativ sparsamen Mitteln wurde ein charaktervoller Straßenraum geschaffen, der in seiner Einheitlichkeit und Geschlossenheit (mit Ausnahme der im Krieg zerstörten Ecke Kaiserswerther Straße/Osterather Straße) als ein Dokument der Frühmoderne für Köln unverzichtbar ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0