Wohnhaus
Kaiserswerther Straße 1 · Bilderstöckchen
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4465 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Kaiserswerther Straße 1, 50668 Köln |
| Baujahr | 1920er Jahre |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 29.02.1988 |
| Stadtteil | Bilderstöckchen |
Das Gebäude wurde in den 20er Jahren errichtet. Die mit 3-geschossigen, meist 3-achsigen Wohnhäusern bebaute Straße ist eine kurze, von der Geldernstraße abgehende Wohnstraße, die auf den charaktervollen Turm der um 1912 erbauten städtischen Schule für Erziehungshilfe in der Osterrather Straße führt. Die stilähnliche Bebauung ist auf jeder Straßenseite zu einer optisch einheitlichen Wohnhausgruppe zusammengefaßt, deren jeweilige Fassaden in der Regel durch einen Mittelerker mit geraden, bzw. dreiecksgiebligem Dachaufbau plastisch ausgeformt sind. Trotz der einheitlichen Geschlossenheit der Bauten handelt es sich um Privatbesitz, der stilistisch aber viele Elemente des Siedlungsbaus der 20er Jahre aufweist. Hierzu gehören die rundbogigen Fenster der Erdgeschosse, während die Obergeschosse durch gerade Fensterstürze kontrastieren.
Bei dem vorliegenden Objekt handelt es sich um einen 3-geschossigen Eckbau mit Ladengeschäft und Attikageschoß von 4 : 4 Achsen, dessen verputzte Fassade in der Sockelzone durch mehrere Backsteinbänder gegliedert ist.
Die abgeknickte Fassadenfront zur Kaiserswerther Straße entspricht dem Straßenverlauf im Straßeneinmündungsbereich. Insgesamt verdeutlicht die Fassade als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes.
Im Innern des Hauses sind an originalen Ausstattungsteilen noch erhalten: Terrazzotreppe, umlaufendes gedrechseltes Geländer mit Antrittswange, Wandfliesen.
Ortsgeschichtlich bedeutend ist das o. g. Wohnhaus in KölnBilderstöckchen, da es die Geschichte der Besiedlung dieses Ortsteiles dokumentiert. Der Ortsteil verdankt seinen Namen einem heute noch vorhandenen Bildstock an der Longericher Straße, der schon seit der Mitte des 16. Jahrhunderts als Grenzmarke nachgewiesen werden kann. Der 1888 eingemeindete Stadtteil blieb bis in die 30er Jahre dieses Jahrhunderts wenig bebaut, weil sich bis dahin im Norden ein größeres Artilleriedepot befand.
Allein an der Escher Straße und später an der Osterather Straße entstanden einige Miethäuser. Bemerkenswert ist der zwischen 1910 und 1914 entstandene Blücherpark mit anschließenden Kleingärten.
Städtebaulich ist die Gebäudegruppe (Nr. 1 - 9) ein in Köln seltenes Beispiel des spätexpressionistischen privaten Wohnungsbaues, der - schon aufgrund der damaligen wirtschaftlichen Lage - die Vorteile der Serie aus dem Siedlungsbau übernahm. Mit relativ sparsamen Mitteln wurde ein charaktervoller Straßenraum geschaffen, der in seiner Einheitlichkeit und Geschlossenheit (mit Ausnahme der im Kriege zerstörten Ecke Kaiserswerther Straße/Osterrather Straße) als ein Dokument der Frühmoderne für Köln unverzichtbar ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0