Wohn- u. Geschäftshaus

Berrenrather Straße 197 · Sülz

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2780
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Berrenrather Straße 197, 50937 Köln
Baujahrum 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 19.12.1984
Stadtteil Sülz

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Sülz, da es die Geschichte der Entwicklung dieses Vororts außerhalb der Neustadt bzw. der späteren preußischen Umwallung von 1886 dokumentiert. Der Ort Sülz war bis in die Mitte des 19. Jh. eine kleine Ansammlung von Höfen und ländlichen Wohnbauten, die erst Mitte des 19. Jh. vom Bauunternehmer H. Wagner für die Arbeiter seiner Kiesgruben und Ziegelei im Sinne einer städtischen Ansiedlung erschlossen wurde. Mit den Nachbarvororten wuchs Sülz schnell zu einem zusammenhängenden Stadtraum zusammen, da es den Kölnern Platz für Lebens- und Wohnraum bot. 1888 wurde Sülz nach Köln eingemeindet. Die Berrenrather Straße ist eine um die Jahrhundertwende ausgebaute Wohn- und Geschäftsstraße (teilweise an der Stelle eines mittelalterlichen Flurwegs).

Das reich geschmückte Eckhaus zum Nikolausplatz wurde um 1905 im Jugendstil errichtet. Die phantasievolle Stuckfassade erinnert in ihrer barocken, reich gegliederten Giebellandschaft an südosteuropäische Bauten (z. B. in Ungarn); die um so mehr, als sich auch die knaufartigen Verzierungen der Dachgauben erhalten haben. Zur Berrenrather Straße besitzt das dreigeschossige Gebäude vier Achsen, von denen die drei rechten axial durch einen zweigeschossigen Erker betont sind. Charakteristisch sind die hohen, die Dachtraufe durchbrechenden Dachgauben, die mit gleichem barocken Schwung wie das mittlere Zwerchhaus überdacht wurden. Die Achse in der abgeschrägten Ecke ist bis in das 3. OG hochgezogen und wird von je einer Seitenachse flankiert. Damit ergibt sich zum Nikolausplatz eine fast durchlaufend viergeschossige Fassade, die hier mit einem zweiachsigen Erker relativ weit vorspringt. Das offensichtlich in den 20er Jahren umgebaute EG umfaßt einen umfangreichen Eckladen; der Hauseingang ist vom Nikolausplatz aus zu erreichen. Die Fenster scheinen im 2. OG original zu sein. Die Stuckornamentik der OGs ist im floralen Jugendstil gehalten. Städtebaulich steht der schwungvoll-prächtige Eckbau in einem gewissen Gegensatz zur neoromanischen Nikolauskirche, deren Stil jedoch vom Nachbargebäude am Nikolausplatz aufgenommen wurde. Damit ist das o. g. Gebäude ein unverzichtbarer Teil der historisierenden Fassadenarchitekturen der Berrenrather Straße, die hier in einer freistehenden Pfarrkirche ihren städtebaulichen Akzent findet. Die für Sülz charakteristische Fassade ist maßstabbildend für den Stadtraum Berrenrather Straße/Nikolausplatz.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0