Wohn- u. Geschäftshaus
Constantinstraße 78 · Deutz
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2809 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Constantinstraße 78, 50679 Köln |
| Baujahr | um 1914 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 07.03.1985 |
| Stadtteil | Deutz |
Erbaut um 1914 (ursprünglich Mietstockwerksgebäude), 4geschossige, 5achsige Putzfassade mit breitem Mittelerker in den OGs, leicht zurückspringendes DG. EG verändert (früher Läden); Fenster und Haustür erneuert; Fassade vereinfacht. Im Innern Terrazzotreppe mit Holzgeländer, Wandverkleidung mit Marmorplatten, in den OGs einige stuckierte Decken. Gebäude heute als Hotel genutzt.
In Deutz stand bereits in römischer Zeit eine Grenzbefestigung zur Bewachung der Brücke über den Rhein bei Köln. Nach der Eroberung Kölns durch die Franken im 5. Jh. n. Chr. wurde Deutz Sitz eines fränkischen Gaugrafen. Erzbischof Heribert gelang es 1021 mit der Gründung einer nach ihm benannten Abtei in Deutz das ehemalige Königsgut zum weltlichen Besitz seiner Erzdiözese zu wandeln, von wo aus er seine Interessen rechts des Rheins zu wahren und zu mehren suchte. Aufgrund der Grenzlage zwischen der Freien Reichsstadt Köln und dem Herzogtum Berg wurden die Abtei und die Freiheit Deutz häufig zerstört. Erst die Preußen legten nach der Eingliederung der Rheinlande ab 1815 starke Befestigungsanlagen um die Stadt, die allerdings in der letzten Hälfte des 19. Jh. die Weiterentwicklung von Deutz empfindlich einengten. Nach der Entfestigung ab 1907 konnte sich die Stadt endlich weiter ausdehnen, wobei die Erweiterungspläne durch den Ersten Weltkrieg zwar unterbrochen, jedoch danach weitergeführt wurden. Das o. g. Objekt stammt aus der Erweiterung von Deutz kurz vor dem Beginn des Ersten Weltkriegs. Das um 1914 errichtete Gebäude war ursprünglich ein 4geschossiges Wohnhaus mit aufgesetztem DG. Im EG befanden sich zu beiden Seiten der Eingangtür Läden. Die Axialität der 5achsigen Fassade blieb bis heute gewahrt; zu beiden Seiten der über dem Eingang liegenden Mittelachse der Putzfassade ist ein breiter, über alle OGs laufender Erker vorgesetzt, der im DG mit einem Balkon abschließt. Das Gebäude ist im Sinne der damaligen Zeit fast schmucklos gehalten (die ehemals differenziert mit Sprossen unterteilten Fenster wurden erneuert). Beim Umbau in ein Hotel wurde das EG verändert und die Fassade ein wenig vereinfacht. Im Innern blieb die Terrazzotreppe mit Holzgeländer erhalten, auch die Wandverkleidung mit Marmorplatten im Eingang ist aus der Zeit. Einige stukkierte Decken in den ehemaligen Wohnräumen der OGs sind erhalten. Städtebaulich ist das in Sichtbeziehung zum 1914 erbauten Deutzer Bahnhof gelegene Objekt als ein Teil der kurz vor dem Ersten Weltkrieg durchgeführten Bebauung des inneren Deutzer Festungsrayons anzusehen. Es gehört somit zu den letzten noch mit gründerzeitlichem Privatkapital erbauten Wohnbauten im Kölner Kernbereich.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0