Wohnheim
Bernhardstraße 97 · Bayenthal
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2832 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnheim |
| Adresse | Bernhardstraße 97, 50968 Köln |
| Baujahr | 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 28.02.1985 |
| Stadtteil | Bayenthal |
Das St. Josefshaus ist ein bedeutendes baugeschichtliches Zeugnis des Kölner Vororts Bayenthal. Es dokumentiert die Entwicklung des Ortsteils nach seiner Eingemeindung im Jahre 1888. Die ehemalige Bayenthaler Flur gewann im 19. Jh. an wirtschaftlicher Bedeutung. Die Niederlassung von Industriebetrieben (u. a. 1856 Kölnische Maschinenbau AG) hatte den Bau von Arbeiter- und Wohnreihenhäusern zur Folge. Die dann nach Plan vorgenommene Bebauung unterbrach die weitere Industrialisierung. Bayenthal wandelte sich zum Wohnvorort; der Ausbau des Südteils geschah in Anpassung an das benachbarte Villenviertel Marienburg. Während dieser Phase entstand um den Mathiaskirchplatz ein Ortsmittelpunkt mit Kirche, Krankenhaus, St. Josefshaus und Post. Außer der letzten Einrichtung korrespondieren die anderen Gebäude in Bauformen, Material und Größenverhältnissen miteinander, wodurch sich städtebaulich eine Ensemblewirkung ergibt.
Das St. Josefshaus besteht aus einem von hoher Bachsteinmauer umschlossenen Gebäudekomplex, bestehend aus einem Alt- und einem Neubau; ein Mitteltrakt verbindet beide Bauteile miteinander. Der 3geschossige Altbau von drei zu neun Achsen weist Backsteinfassaden mit Form- und Werksteingliederung auf. Er wendet sich mit der Giebelseite dem Kirchplatz zu. Im Baustil übernimmt er Elemente der niederdeutschen Backsteingotik. Die strenge vertikale Gliederung der Giebelseite wird erreicht durch Axialität der Fenster, Ecklisenen und Wandpfeiler, die horizontale Gliederung durch Gesimse und dichte Reihung der Fenster. Auf die Funktion des Hauses als kirchliche Gemeinschaftsstätte deuten die im zweiten Geschoß befindlichen, auf Blattkonsolen stehenden Plastiken Josef und Maria hin. Die Traufseite des Gebäudes wird bestimmt von einem giebelbekrönten Mittelrisalit, dessen besonderes Schmuckteil die als gotische Gewändeportal mit Maßwerkfenster gestaltete Eingangstür ist. Auf der ersten Fensterachse befindet sich als Anbau eine mit Rundfenstern und Ziergiebel geschmückte Kapelle. Zur einheitlichen Wirkung des Fassadenaufbaus des Gebäudes tragen die teilweise noch erhaltenen Sprossenfenster bei. Von der originalen Ausstattung des Altbaus sind außerdem erhalten: das 2jochige Kreuzgewölbe im Hausflur; Fliesen in Flur und Diele; Terrazzotreppe mit ornamentiertem Eisengeländer; Hoftür mit Buntglasfenster; Innentür zum Mitteltrakt; Zimmertüren; Türrahmen; Fußbodenleisten; in der Kapelle Gewölbe und Mosaikfußboden. Der im Heimatstil gehaltene Backstein-Neubau weist in Kubusform, Bedachung (Walmdach) und Zierelementen Formanklänge an niederdeutsche Backsteinarchitektur auf. Die Sprossenfenster unterstützen die ästhetische Einheit der Fassade. Im Hausinnern besitzt er eine Kunststeintreppe mit einfachem Eisengeländer.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0