Wohn- u. Geschäftshaus
Antwerpener Straße 32 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2845 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Antwerpener Straße 32, 50672 Köln |
| Baujahr | um 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 22.03.1985 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln, da es die Erstbebauung des westlichen Gebiets des ehem. Rayongeländes nach der Niederlegung der Stadtmauern und damit die Entstehungsgeschichte der Neustadt dokumentiert. Diese Bebauung, die nach dem vom Kölner Stadtbaumeister Hermann-Joseph Stübben erstellten Erweiterungsplan von 1881 erfolgte, verlief um die Jahrhundertwende in mehreren Phasen. Die auf den Friesenplatz zulaufende Antwerpener Straße ist Teil des gutbürgerlichen sog. Belgischen Viertels.
Das um 1900 errichtete 5geschossige Wohn- und Geschäftshaus besitzt eine 4achsige Stuckfassade mit einem 2achsigen Mittelerker ab dem 2. OG. Die reiche Stuckatur ist noch durchaus von einem barockisierenden Historismus beeinflußt. Dennoch tendieren die eher flachen Ornamente zum Jugendstil, der auch weitgehend den Innenstuck (an den Decken) bestimmt hat. Die Fenster wurden originalähnlich erneuert; die Haustür ist neu. Das EG wurde als Laden weitgehend umgebaut. Die rückwärtige Fassade aus rotem Backstein weist ornamentale Gliederungen in gelbem Klinker, wie die Nachbarbauten, auf. Der Innenhof ist modern gewerblich überbaut. Im Eingang blieb der reiche Ausbau des großbürgerlichen Belgischen Viertels in dem Marmordifferenzstufen, Marmorbodenbelag und der Wandverkleidung sowie dem Wand- und Deckenstuck erhalten. Reichtum und Freude am Dekor dokumentieren auch die Terrazzotreppe mit Eisengeländer sowie der bunt geflieste Bodenbelag der Treppenabsätze in den OGs. Im 1. OG ist mit dem originalen Wohnungsabschluß die vollständige Innenausstattung (Stuckdecken und Zimmertüren) erhalten geblieben. In den Wohngeschossen darüber sind die Wohnungsabschlüsse neu; die Jugendstil-Stuckdecken sowie die Innentüren sind jedoch original. Städtebaulich ist das Gebäude ein unverzichtbarer Teil einer von Nr. 26 bis Nr. 34 (Eckbau zur Brüsseler Straße) geschlossen erhaltenen historischen Häuserzeile, die noch den ganzen Reichtum und die dekorative Fülle der Architektur der Jahrhundertwende bewahrt haben. Als zeittypische Dokumente gutbürgerlichen Mietshausbaus im Bereich der Ringe sind die Häuser für Köln unverzichtbar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0