Wohn- u. Geschäftshaus

Grimmstraße 17 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2889
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Grimmstraße 17, 50823 Köln
Baujahrum 1900
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 25.03.1985
Stadtteil Ehrenfeld

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Ehrenfeld, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Ehrenfeld entstand 1845 durch eine spekulative Initiative von Köln aus als erster linksrheinischer Vorort (unter Mitwirkung von Stadtbaumeister Weyer), da innerhalb der Mauerumwallung Kölns die Bauplätze knapp wurden. Durch industrielle Ansiedlungen gewann der Ort schnell an Bedeutung und besaß kurzzeitig, bis zur Eingliederung nach Köln Ende des 19. Jh., die Stadtrechte. Das Haus ist ein geschichtliches Dokument städtischer Erstbebauung nach der Eingemeindung Ehrenfelds. Die Wißmannstraße ist eine typische Wohnstraße Altehrenfelds nahe dem Bahnhof.

Die drei 3geschossigen Bauten Wißmannstraße 4 und 6, Grimmstraße 17 aus dem Jahr 1902 sind zwar deutlich jeweils als Einzelbauten konzipiert, korrespondieren aber in so vielfältiger Weise miteinander, so daß ein Architekt evtl. sogar ein ursprünglicher Besitzer aller drei Bauten angenommen werden muß. Unterstützt wird diese Gemeinsamkeit jetzt durch gleichen Anstrich aller Fassaden und eine Renovierung der Häuser mit gleichen dunklen stilähnlichen Holzfenstern und ähnlichen Wohnungstüren. Die Häuser 4 und 6 besitzen jeweils fünf Achsen, wobei als zweite Achse symmetrisch jeweils eine an der Straße liegende Treppenhausachse dazwischentritt. Diese Anordnung des Treppenhauses ist im Historismus in Köln sehr selten, da das gleichmäßige Bild der Fassaden gestört wird und derzeit noch die Frontfenster i. d. R. die bessere Aussicht boten. Im Haus Nr. 6 erhalten die Treppenhausfenster eine gotisierende Stuckierung, die in ähnlicher Form die Fenster des 1. OG aufweisen. Im Haus Nr. 4 erscheint die Lösung gelungen, da hier deutlich das Treppenhaus als Scheinrisalit konzipiert wurde. Dieses Haus besitzt auch noch ein Attikageschoß, das in die barockisierende Fassade sich reizvoll einfügt. Die Fenster im Attikageschoß weisen originale Gitter auf. Im Innern gleichen sich die Häuser durch die originalen Betontreppen mit Eisengeländern, die für diese Zeit außerordentlich ungewöhnlich sind. Offensichtlich war der leider unbekannte Architekt seiner Zeit weit voraus und wagte (damals seltene) Experimente. Im Haus Nr. 6 ist der Eingang mit schwarz/weißen Plattenmustern belegt; die Türen sind alle original. Im Haus Nr. 4 wurden die Türen - bis auf die Zimmertüren - ausgewechselt. Hier ist der Boden des Eingangs rot/weiß plattiert. Das Haus Grimmstraße 17 besitzt ebenfalls eine Betontreppe mit Eisengeländer; die Hautür ist original; alle anderen Türen wurden ausgewechselt. Dieses Gebäude ist wieder mit kräftigen Renaissancestuckaturen versehen. Die abgeschrägte Gebäudeecke Wißmannstraße/Grimmstraße zeigt einen leider nicht vollständig erhaltnen Schmuckgiebel. Das 3geschossige Gebäude mit ausgebautem DG weist nach beiden Straßen je drei Achsen auf. Städtebaulich ist die beachtenswerte Baugruppe innerhalb des Ensembles von Ehrenfeld unverzichtbar, da sie wesentlich maßstabbildend für den mit originalen Pflastersteinen versehenen Straßenraum ist. In dieser verkehrsberuhigten Zone wird der weitgehend wiederhergestellte Wohncharakter der Straße im wesentlichen vom historischen Baubestand bestimmt, wozu in diesem Straßenteil die Häuser 1 - 9 und 2 - 6 fast vollständig erhalten blieben. Auf die sowohl bautechnische wie auch kunsthistorische Besonderheit der Treppenhäuser wird verwiesen. Es erscheint nicht ausgeschlossen, daß diese Häuser auch originale (ebenfalls sehr frühe) Betondecken aufweisen. Damit sind die Bauten Dokumente der Bautechnik.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0