Wohn- u. Geschäftshaus

Marzellenstraße 1 · Altstadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2913
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Marzellenstraße 1, 50667 Köln
Baujahr1912
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 29.03.1985
Stadtteil Altstadt/Nord

Das Gebäude Marzellenstraße 1 wurde um 1912 als 4geschossiges Wohn- und Geschäftshaus mit sieben Fensterachsen an der Marzellenstraße, vier Fensterachsen an der Komödienstraße und vier Fensterachsen an Andreaskloster errichtet. Seine drei Fassaden bestehen aus Werkstein. Die abgeschrägten Ecken tragen Erker mit figürlichem Schmuck. Aus der 90- bis 95%igen Zerstörung der Kölner Altstadt während des Zweiten Weltkriegs folgert der besondere Wert jedes einzelnen verschont oder auch nur teilweise verschont gegliebenen Denkmals. Darüber hinaus bilden die wenigen erhaltenen Denkmälerensembles größten städtebaulichen Wert. Das Haus Marzellenstraße 1 ist Bestandteil des Denkmälerensembles des Kölner Doms und seiner Umgebung. Innerhalb dieses Ensembles bildet es eine städtebauliche Einheit zusammen mit St. Andreas in Sichtweite zur Westseite des Doms. Die besondere denkmalpflegerische Verpflichtung ergibt sich aus dem Stand- ort im Herzen der Stadt. Das im klassizistischen Jugendstil errichtete Gebäude setzt sich aus den architektonischen Grundelementen des EG, der OGs einschl. der Traufe und der Dachzone (zerstört) zusammen. Das breite Sockelgesims des EG ruht auf schmalen Stützen. Die Zwischenräume bilden etwa quadratische, jeweils zwei Fensterachsen entsprechende, Schaufenster. Das 1., 2. und 3. OG bilden eine Einheit, die mit einem breiten, bandförmigen Traufgesims abschließt. Den Stützenstellungen des EG entsprechen Lisenen, die jeweils zwei Fensterachsen flankieren. Die großformatigen Fenster des 1. OG zwischen schmalen Fensterpfeilern vermitteln zwischen den großflächigen Schaufenstern des EG und den schmaleren, vertikal betonten Fenstern des 2. und 3. OG. Am 2. und 3. OG werden zwischen den Lisenen je vier Fenster durch gemeinsame, über zwei Geschosse reichende, vertieft liegende Einfassungen gerahmt. Die scharfkantig ausgeführten Eckerker übernehmen die Fensterformate in gleicher Reihenfolge. Das hohe Satteldach schließt an der Komödienstraße mit einem Giebelfeld ab, das an seiner Basis von drei schmalen Zwillingsfenstern im 2. DG von einem schmalen Drillingsfenster gegliedert wird. Sowohl an der Marzellenstraße als auch am Andreaskloster münden je zwei Fensterachsen in einem Dachgiebel mit seitlich in die große Dachfläche einbindenden Satteldächern. Diese Dachgiebel - drei an der Marzellenstraße, zwei am Andreaskloster - bilden reihengleich große Giebel ohne Zwischenräume. Die abwechslungsreichen Formen der Giebelfelder, die mit ihrer Kleinteiligkeit das Gebäude optisch überhöhen, stehen in Kontrast zu dem Hintergrund der ruhigen, gaubenlosen Dachflächen.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0