Wohnhaus

Kamekestraße 30 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_3064
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Kamekestraße 30, 50672 Köln
Baujahrum 1898
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 24.07.1985
Stadtteil Neustadt/Nord

Das Haus ist ein Zeugnis der Orts-, Siedlungs- und Baugeschichte von Köln. In seiner Erscheinung dokumentiert es die Bebauung der zum "Westend" gehörenden Kamekestraße. Dieses Viertel entstand im Zuge der Stadterweiterung 1881 nach Plänen von Hermann-Joseph Stübben. Die Kölner Neustadt gilt als die bedeutendste Stadtgründung des 19. Jh. im Rheinland. Die Bebauung der Kamekestraße vollzog sich nach Festlegung des Fluchtlinienplans 1883 weitgehend um 1896 bis 1901. Das um diese Zeit im Haus Herwarthstraße 31 als Baueinheit errichtete Gebäude weist sich als 3geschossiges, mit Giebelgeschoß versehenes Wohnhaus aus. Die Fassaden verdeutlichen als konstruktiver Teil des Hauskerns dessen Proportion, Geschoßgliederung und -höhe sowie Dachaufbau. Von Bedeutung ist die in den Formen der Renaissance gehaltene künstlerische Gestaltung des Baus, die sich in der die Ecklage berücksichtigenden Grundrißkonzeption und im Fassadenaufbau äußert. Die Stirnfronten der beiden Häuser sind nach innen gewinkelt und bilden einen Zwischenteil mit reich geschmücktem Zwerchstufengiebel aus. Balkone mit Ziergitter in den OGs verleihen diesem Fassadenteil plastischen Akzent. Die Fassade zur Kamekestraße wird asymmetrisch durch einen Erker mit Fachwerkgliederung geordnet. Als weitere Ordnungs- und Gestaltungselemente am Bau sind zu vermerken: Unterschiedliche Fensterform in den Geschossen, eine die Fensterform hervorhebende, dem Stabwerk verpflichtete Rahmung, portalartige Ausgestaltung des Eingangs, Eckquaderung, z. T. noch erhaltene Sprossenfenster (1. OG), schmiedeeiserne Maueranker und Giebelblume sowie Haustür dienen als originale Ausstattungsteile der ästhetischen Einheit der Fassadengestaltung. Städtebaulich trägt das Haus in seiner Grundrißlösung zur platzartigen Erweiterung der Herwarthstraße in Richtung Stadtgarten bei. In seinem sehr malerisch aufgefaßten Fassadenaufbau gibt es, zusammen mit seinem Nachbarbau, der Herwarth- und Kamekestraße einen wirkungsvollen Abschluß.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0