Wohnhaus

Am Zuckerberg 4 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_3078
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Am Zuckerberg 4, 50668 Köln
Baujahrum 1906
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 01.08.1985
Stadtteil Neustadt/Nord

Das Haus ist ein Zeugnis der Orts-, Siedlungs- und Baugeschichte von Köln. In seiner Erscheinung dokumentiert es die Bebauung der Straße Am Zuckerberg um 1906. Die nach einem Hofgut und späterem Gartenrestaurant benannte Straße entstand 1893 nach Festlegung des Fluchtlinienplans und wurde hauptsächlich um 1906 bebaut. Sie gehört ins sog. "Gerichtsviertel", einer mit Gründung der Kölner Neustadt nach 1881 angelegten bürgerlichen Wohngegend mit gehobenem Anspruch, den auch das Haus Am Zuckerberg 4 in Bauform und Ausstattungsstil verkörpert.

Der Bau weist sich als 3achsiges, 4geschossiges, mit Giebelgeschoß versehenes Wohnhaus aus, dem hofwärts ein Seitenhaus angefügt ist. Vom Typ gehört es in die Reihe des für Köln charakteristischen Dreifensterhauses mit L-förmigem Grundriß. Seine Hausfronten verdeutlichen als konstruktiver Teil des Hauskerns dessen Proportion, Geschoßgliederung und -höhe sowie Dachaufbau. Von Bedeutung ist die baukünstlerische Gestaltung des Hauses, die sich besonders an der Straßenfassade, einer Putzfassade mit detailreicher Stuckgliederung, äußert. Architektur- und Schmuckformen sind in den Formen des Jugendstils gehalten. Die Straßenfassade ist durch unregelmäßige Achsabstände unsymmetrisch geordnet. Einen plastischen Aktzent erhält sie durch den über die OGs reichenden Erker mit Balkonabschluß und Giebelbekrönung. Weitere Gliederungs- und Ordnungselemente sind: unterschiedlicher Wandputz (Bossenquaderung/EG, Rustizierung/1. OG, Rauh- und Glattputz/2. und 3. OG, Gesimse). Die floralen oder geometrischen Dekorformen sind konzentriert auf: Rahmung des Hauseingangs, Fensterbrüstungsfelder, Wandpfeiler, Giebelfeld. Teilweise neu eingesetzte Sprossenfenster in originaler Teilung unterstreichen die ästhetische Einheit der Fassadengestaltung.

Im Hausinnern erhielten sich von der originalen Einrichtung: Marmorausstattung (Wandsockel, Differenzstufen), Wand- und Deckenstuck im Hauseingang; Terrazzotreppe mit gedrechseltem Geländer; Stuckdecken (z. T. unter abgehängten Decken), Parkettböden, teilweise Zimmertüren in den Wohnungen.

Städtebaulich ist das Gebäude ein wesentlicher Bestandteil einer von historischen Häusern gekennzeichneten Reihe (Nr. 4 bis 8), die mit den Altbauten Nr. 1 und Nr. 9 das Erscheinungsbild der Straße Am Zuckerberg nachhaltig prägt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0