Wohnhaus

Am Zuckerberg 6 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1532
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Am Zuckerberg 6, 50668 Köln
Baujahrum 1906
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 15.06.1983
Stadtteil Neustadt/Nord

Das Gebäude wurde um 1906 als viergeschossiges, dreiachsiges Wohnhaus mit Erker und Balkon errichtet. Trotz Veränderung des Erdgeschosses (Glattputz) und der Dachaufbauten (Aufmauerungen mit Glattputz, Flachdach - die Brandwandgiebel lassen die ursprüngliche Dachform erkennen) ist die ursprüngliche Architektur der Vorderansicht in ihren wesentlichen Teilen erhalten geblieben.

Dominierender Bestandteil ist der Erker in der Grundform eines halbierten Sechsecks mit flacher, durch Zwillingsfenster charakterisierten Vorderseite und schmalen, seitlichen Fenstern im ersten bis dritten Obergeschoß der Mittelachse. Der steinerne Handlauf der den Erker bekrönenden Balkonbalustrade mündet beidseitig in die Dachgesimse über der ersten und dritten Achse. Die Fenster des ersten bis dritten Obergeschosses, auch die der Vorderseite des Erkers und die Schmuckfelder auf Brüstungen und Stürzen sind durch Stukkrahmungen vertikal zusammengefaßt. Der somit stark ausgeprägten Vertikalität ist die horizontale Betonung des ersten Obergeschosses durch stark ausgeprägte Überdachungen (Konvexbogen) und Brüstungsfelder (sternförmig gekreuzte Balken in quadratischen Feldern) und ein horizontaler Fugenschnitt entgegen gesetzt. Die kräftig ausgeprägten Sohlbankgesimse in Fensterbreite wirken ausgleichend zwischen den hervorgehobenen Bereichen. Die Teilungen der aus der Nachkriegszeit stammenden Fenster werden nicht störend empfunden.

Wände und Decke des Hausflurs sind durch ornamentierte, senkrechte Stuckbänder und einen floral verzierten Fries im Übergang von der Wand zur Decke gefeldert, der Übergang zum Treppenhaus durch einen Konvexbogen als Stützbogen markiert. Die Wände und Decken des Treppenhauses, wie auch die Untersichten der Treppenläufe, sind dagegen durch Rahmungen aus Stuckleisten rechteckig gefeldert. Die Stufen der geradlinigen Treppenläufe sind aus schwarzweißem, die Zwischenpodeste und Stockwerkspodeste aus Terrazzo mit schwarzer Randrahmung gefertigt. Am ersten Zwischenpodest beginnt das Eisengeländer aus genietetem Vierkantprofilstahl, einer Blechfelderung mit geometrisch geformter Lochung und einem Holzhandlauf, der Treppenpfosten besteht aus einem Stabwerk mit vier Eckstäben.

Die Architektur des Gebäudes wurde in Jugendstil mit zum Teil klassizistischen, strengen Schmuckformen ausgeführt. Städtebaulich gesehen ist das beschriebene Gebäude Bestandteil des Entwurfs von Stadtbaumeister Hermann-Joseph Stübben, der seit 1881 ausgeführt wurde, nachdem die preußische Militärbehörde das Glacis zwischen der mittelalterlichen Stadtmauer und den äußeren Wallanlagen, dem Gebiet der Neustadt, zur Bebauung freigegeben hatte. Der zwischen Riehler Platz und Neußer Wall gelegene Straßenraum hat sein ursprüngliches Aussehen größtenteils bewahrt. Das Gebäude ist somit und insbesondere hinsichtlich der Nachbarhäuser Nr. 4 und 8 unverzichtbarer Bestandteil eines Ensembles.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0