Wohnhaus
Karolingerring 34 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3097 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Karolingerring 34, 50678 Köln |
| Baujahr | um 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 13.08.1985 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Ortsgeschichtlich bedeutsam ist das stattliche, um 1890 erbaute Mietwohnhaus als Dokument des aufwendigen, schmuck- und detailfreudigen Baustils der Kölner Neustadt, der großen Stadterweiterung nach dem Abbruch der mittelalterlichen Stadtmauer. Über dem Grundriß dieser Befestigung entstanden die Ringstraßen mit den repräsentativen Villen und Mietshäusern der wohlhabenden Kölner Bürger, mit dem Opernhaus und verschiedenen Museen: Auch das hier bewertete Haus gehört zu den schönen Bauwerken der ehem. Prachtboulevards, von denen sich nur wenige über den Krieg erhalten haben.
Das 4geschossige, 3achsige, satteldachgedeckte Haus prägt das Straßenbild durch seine prächtige Putz-/Stuckfassade in den Stilformen einer pittoresken Neurenaissance: Über profiliert abgesetztem Sockel stark rustiziertes Parterre mit halbrund geschlossenem Portal (originale Tür; Bogen mit Perl- und Eierstab) und antikisierendem Fries. Im 1. OG links Erker auf Volutenkonsolen mit Löwenmasken, mit kannelierten ionischen Pilastern und verkröpftem Gebälk, dieselben Schmuckformen an den dreieckgegiebelten Fenstern; Brüstungen mit venezianischen Löwen und Laubwerkgrotesken. Erkergliederung des 2. OG wie darunter, Verdachungsgebälk der Fenster mit Kugelfries, Roll- und Beschlagwerkornament, Sohlbänke auf Vokutenkonsolen mit Muscheln. Im 3. OG Tür zum Erkerbalkon mit reichgegliederter Ädikularahmung und bekrönender Büste; Fenster auf Sohlbankgesims mit Ohrenrahmung, Behangornament und Muschelbekrönung. Vielzoniges Kranzgesims mit ornamentalem laufendem Hund, Zahnschnitt und Volutenkonsolen. Die Fenster sind original erhalten. Von der ehem. reichen Innenausstattung im EG erhalten Stuckdecken mit Resten von Friesmalerei und farbiger Fassung.
Von städtebaulicher Bedeutung ist das Haus als gut erhaltenes Beispiel für Art und Qualität der ursprünglichen Ringstraßenbebauung und in seiner ensembleartigen Anbindung an die gleichzeitigen Nachbarbauten (Nr. 32, 24; gegenüber Nr. 27), die zwischen Neubauten der Nachkriegszeit den geschichtlichen und ästhetischen Wandel im Städtebau verdeutlichen.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0