Wohnhaus

Eichendorffstraße 17 · Neuehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_3108
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Eichendorffstraße 17, 50823 Köln
Baujahr1906
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 22.08.1985
Stadtteil Neuehrenfeld

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Neuehrenfeld, da es Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Dieser Stadtteil wurde von Ehrenfeld aus, das 1879 die Stadtrechte erhielt, gegründet, wobei es vom Norden her (Landmannstraße, Lenauplatz) und vom Süden her (Ottostraße, Eichendorffstraße) erschlossen wurde. Backsteinkirchen im neugotischen Stil, St. Anna in der Ottostraße, St. Peter am Simarplatz, bildeten Beziehungspunkte der Wohnbesiedlung. Der Norden (Takuplatz) wurde von Genossenschaften (z. B. Ehrenfelder Wohnungsgesellschaft) besiedelt. Die Eichendorffstraße ist Mittelachse des zwischen Lenauplatz und der Pfarrkirche St. Anna sich erstreckenden Ensemblegebiets von Neuehrenfeld.

Das 1906 vom Architekten Rudolf Brovot errichtete Gebäude steht in einer ununterbrochenen Reihe reich geschmückter Jugendstilhäuser, wie sie in dieser Qualität und Vollständigkeit nur noch in Klettenberg anzutreffen ist. Das 3achsige Mietstockwerksgebäude besitzt eine Backsteinfassade mit reicher Stuck- und Sandsteingliederung. Die drei Vollgeschosse werden durch einen Mittelerker akzentuiert, der im hoch ausgebauten DG in einem hohen Schmuckgiebel mit Krüppelwalmdach ausläuft. Hier korrespondiert der runde Fensterbogen mit den rund abschließenden Fenstern des 1. OG. Eine originale Einfriedung mit exzellent gestalteter Pforte, die originale Haustür mit eisernem Gitter sowie originale Fenster vervollständigen den historischen Bestand. Die rückwärtige Fassade zeigt die originale Backsteinoberfläche und wird durch den Treppenturm betont. Im Innern ist ebenfalls der historische Bestand anzutreffen. Terrazzoboden und -differenzstufen, eine Terrazzotreppe mit Eisengeländer sowie Decken- und Wandstuck über plattierten Wänden zeugen vom hochstehenden Kunstsinn der Zeit, der auch die Buntglasscheiben der Treppenhausfenster sowie Stuckdecken, Wohnungs- und Zimmertüren umfaßt. Besonderer Erwähnung bedarf das Buntglasfenster im 1. OG des Treppenhauses.

Die besondere städtebauliche Situation wurde bereits erwähnt, die durch die gegenüberliegende fast vollständig erhaltene Häuserzeile von Nr. 2 bis 40 gesteigert wird. Der vollständig erhaltene Baumbestand der Wohnstraße, die auf die aus der Zeit stammende Annakirche zuläuft, ergänzt die häufig noch original eingefriedeten Vorgärten im Einfluß der von England ausgehenden, im Stadtteil Klettenberg dann weiter durchgeführten Gartenstadtbewegung. Innerhalb der fast vollständig original erhaltneen Wohnstraße für das gehobene Bürgertum ist das Gebäude ein architektonisch wesentliches und unverzichtbares Element.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0