Werkssiedlung "Germania"
Concordiaplatz 13 · Porz
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3166 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Werkssiedlung "Germania" |
| Adresse | Concordiaplatz 13, 51143 Köln |
| Baujahr | um 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 11.09.1985 |
| Stadtteil | Porz |
Das um 1900 erbaute Angestelltenwohnhaus - zugehörig zur Wohnsiedlung der 1899 gegründeten Aktiengesellschaft der Spiegelglaswerke "Germania" - ist als Teil einer historischen Bautengruppe ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse an der für Köln einmaligen historischen Gesamtanlage, bestehend aus Arbeiter-, Meister- und Angestelltenhäusern, Direktorenvilla und Fabrikationsanlagen ist gegeben, da dieses Denkmal als Siedlung sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen und ist insbesondere wegen der Bedeutung gegeben, die die Siedlung insgesamt für die Siedlungsgeschichte der Stadt Porz und die Entwicklung ihrer Arbeits- und Produktionsverhältnisse hat und wegen der künstlerischen, architekturgeschichtlichen und städtebaulichen Aussagekraft, die jedes ihrer Einzelhäuser besitzt. Das ergibt sich aus Folgendem:
Die werkseigene Siedlung - begrenzt von Bahnhofs-, Glas- und Germaniastraße sowie Concordiaplatz - wurde 1899 zusammen mit der Filialgründung der belgischen Société Anonyme des Glases Nationales Belges (Auvelais bei Namur) geplant und auf freiem Feld in der Nähe des Bahnhofs der damals noch dörflichen Ansiedlung Porz errichtet, wobei für das Unternehmen vorteilhafte Rohstoffversorgung und günstige Verkehrsanbindung an Straße, Schiene und Fluß für die Standortwahl ausschlaggebend war. Während die große Fabrik (ca. 600 Arbeiter) für die wirtschaftliche Entwicklung von Porz überaus wichtig wurde, war die nach damals modernen städtebaulichen (erster flächiger, einheitlich geplanter Siedlungsausbau in geschlossener Bauweise im Köner Raum), sozialen (Doppel- und Einfamilienreihenhäuser, Gemeinschaftsgärten, Schule, Kindergarten) und wohntechnischen (Grundrißgestaltung, Hygiene, Ver- und Entsorgung) Erkenntnissen geplante Siedlung für die Stadtentwicklung von Porz von größter Bedeutung. Das hier bewertete Einzelhaus trägt als integraler Siedlungsbestandteil diese Aussage mit.
Erhaltenswert ist in diesem Zusammenhang das 2geschossig, von einem Krüppelwalmdach gedecke Wohnhaus - spiegelbildliche Verdoppelung des Hauses Nr. 12 und bis ins Detail gestaltet wie dieses - mit einer äußeren breiten, inneren schmalen Fensterachse, in der auch, mit originaler Hautür, der Eingang liegt. Mit dem Nachbarhaus zusammen wird ein schwach vorgezogener Mittelrisalit gebildet. Die Dekoration des dunkelbraunen Backsteinhauses ist bewirkt durch Einlagen von gelben Ziegeln: Betonung aller Kanten, Rahmungen und Verdachungsbögen von Fenstern und Tür, Brüstungen sowie Zickzack- und Treppenornament am Risalitgiebel. Die Fenster sind original oder den ursprünglichen ähnlich. Seitlich ein (entstellender Anbau mit zwei Geschossen aus der Zeit nach 1945, rückwärtig zum Garten alter Vorbau.
Trotz der individuellen Gestaltung ist das Haus durch die Tendenz zur Vereinheitlichung und Typisierung (Fensterformate, Geschoßhöhen, rhythmische Abfolge von wiederkehrenden Details) in die städtebauliche Einheit einbezogen, die sich im rechtwinkligen Bezug der Straßen zueinander und - axial - zur Werksanlage ausspricht und die - mit ihren weiten umbauten Grünflächen (Nutzgärten) und dem zentralen Platz - beispielhaft für den planvollen Ausbau späterer Stadtviertel geworden ist. Erhaltung und Nutzung macht einen zukunftweisenden historischen städtebaulichen Ansatz erfahrbar und entspricht wegen der fortgesetzten ursprünglichen Nutzung auch einer aktuellen städtebaulichen Maßnahme.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0