Werkssiedlung "Germania"

Concordiaplatz 15 · Porz

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_3167
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWerkssiedlung "Germania"
Adresse Concordiaplatz 15, 51143 Köln
Baujahrum 1900
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 11.09.1985
Stadtteil Porz

Das um 1900 erbaute Angestelltenwohnhaus - zugehörig zur Wohnsiedlung der 1899 gegründeten Aktiengesellschaft der Spiegelglaswerke "Germania" - ist als Teil einer historischen Bautengruppe ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse an der für Köln einmaligen historischen Gesamtanlage, bestehend aus Arbeiter-, Meister- und Angestelltenhäusern, Direktorenvilla und Fabrikationsanlagen ist gegeben, da dieses Denkmal als Siedlung sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen und ist insbesondere wegen der Bedeutung gegeben, die die Siedlung insgesamt für die Siedlungsgeschichte der Stadt Porz und die Entwicklung ihrer Arbeits- und Produktionsverhältnisse hat und wegen der künstlerischen, architekturgeschichtlichen und städtebaulichen Aussagekraft, die jedes ihrer Einzelhäuser besitzt. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die werkseigene Siedlung - begrenzt von Bahnhofs-, Glas- und Germaniastraße sowie Concordiaplatz - wurde 1899 zusammen mit der Filialgründung der belgischen Société Anonyme des Glases Nationales Belges (Auvelais bei Namur) geplant und auf freiem Feld in der Nähe des Bahnhofs der damals noch dörflichen Ansiedlung Porz errichtet, wobei für das Unternehmen vorteilhafte Rohstoffversorgung und günstige Verkehrsanbindung an Straße, Schiene und Fluß für die Standortwahl ausschlaggebend war. Während die große Fabrik (ca. 600 Arbeiter) für die wirtschaftliche Entwicklung von Porz überaus wichtig wurde, war die nach damals modernen städtebaulichen (erster flächiger, einheitlich geplanter Siedlungsausbau in geschlossener Bauweise im Köner Raum), sozialen (Doppel- und Einfamilienreihenhäuser, Gemeinschaftsgärten, Schule, Kindergarten) und wohntechnischen (Grundrißgestaltung, Hygiene, Ver- und Entsorgung) Erkenntnissen geplante Siedlung für die Stadtentwicklung von Porz von größter Bedeutung. Das hier bewertete Einzelhaus trägt als integraler Siedlungsbestandteil diese Aussage mit.

In diesem Zusammenhang als Denkmal erhaltenswert ist das 2geschossige, von einem Krüppelwalmdach gedeckte 3achsige Wohnhaus - Doppelhaushälfte zu Haus Nr. 14 und im Detail verziert wie dieses - mit seitlichem, schwach vorgezogenem übergiebeltem Risalit. Das gekuppelte Fenster und die eisernen Sturzträger des EG sind original. Dekoration in Form von Verdachungesbögen und Rahmungen von Fenstern und Tür, getreppten Rahmungen von Giebelschrägen und charakteristischer schmaler Bänderung der Flächen aus gelben Ziegeln ins dunkelbraune Mauerwerk eingelegt. Die Giebelwand gegliedert durch Lisenen und Giebelrahung, Gesimsbänder und vorgezogene Mauerpartie mit Eingang und Treppenhausfenstern. Rückwärtig der originale 2geschossige Anbau. Die Fenster noch original oder den ursprünglichen ähnlich.

Trotz der individuellen Gestaltung ist das Haus durch die Tendenz zur Vereinheitlichung und Typisierung (Fensterformate, Geschoßhöhen, rhythmische Abfolge von wiederkehrenden Details) in die städtebauliche Einheit einbezogen, die sich im rechtwinkligen Bezug der Straßen zueinander und - axial - zur Werksanlage ausspricht und die - mit ihren weiten umbauten Grünflächen (Nutzgärten) und dem zentralen Platz - beispielhaft für den planvollen Ausbau späterer Stadtviertel geworden ist. Erhaltung und Nutzung macht einen zukunftweisenden historischen städtebaulichen Ansatz erfahrbar und entspricht wegen der fortgesetzten ursprünglichen Nutzung auch einer aktuellen städtebaulichen Maßnahme.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0