Hofanlage
Eiler Straße 141 · Rath/Heumar
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3309 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Hofanlage |
| Adresse | Eiler Straße 141, 51107 Köln |
| Baujahr | 18. Jahrhundert |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 05.11.1985 |
| Stadtteil | Rath/Heumar |
Das guterhaltene Fachwerkhaus ist ein bedeutendes ortsgeschichtliches Denkmal; mit seinem - in Köln relativ selten erhaltenen - kleinen Gewölbekeller muß es an den Anfang des 18. Jh. datiert werden, also in die Zeit, in der die fast unmittelbar benachbare Kirche St. Cornelius ("Alter Turm") zur Pfarrkirche erhoben wurde, als mithin der Ort Heumar zur Pfarrgemeinde, d. h. zu einem selbständigen Gemeinwesen, anwuchs. Neben den beiden großen Höfen (Durchhäuser und Maarhäuser Hof) war Ortsbild und Sozialstruktur durch kleinere landwirtschatliche Unternehmen charakterisiert, zu denen auch das Wohnhaus Eiler Straße 141 gehört: 2geschossig und regelmäßig im Fachwerk, dazu mit der ins Haus integrierten Hofdurchfahrt, repräsentiert es den Typ der mittelständischen, nicht ohne ästhetische Ansprüche gebauten Hofanlage.
Bauhistorisch bemerkenswert ist das 2geschossige Haus über L-förmigem Grundriß, dessen zweites Satteldach zum Straßengiebel hin am Schopf abgewalmt ist, durch sein regelmäßiges, an den drei Fassadenpartien (Giebelwand, Zwischentrakt und Torbau) symmetrisch und dekorativ gestaltetes Fachwerk. Straßenbildwirksame Details sind zudem die Fensterläden, die klein unterteilen Fenster einer älteren Ausstattung, die aufwendig und schmuckhaft gestalteten, wahrscheinlich aus der ersten Hälfte des 19. Jh. stammenden Eingänge: Haustür und Hoftor mit schönen Aufdoppelungen, Kassetten und Schnitzwerk.
Das Innere - von Erhaltungs- und Isolierungsmaßnahmen im EG abgesehen noch in gutem baulichen Zustand - ist in weitgehend originaler Substanz und Grundrißgliederung erhalten. Treppe und Türen stammen aus älterer Ausstattung, sind im Stil angepaßt. Zwischen Ober- und Dachgeschoß eine seltene, gebeilte und halbgestemmte Eichentreppe. Rückwärtig am giebelständigen Hausteil neuerer, verputzter Backsteinanbau (Zimmer, Büro) unter durchlaufendem Dachfirst; daran anschließend eine Reihe moderner Garagen im Hof. Unter dem Haupthaus ein tiefer, gemauerter, kleiner Gewölbekeller, Vorrats- und Kühlraum des alten Hofhauses.
Von städtebaulicher Bedeutung ist das Haus als guterhaltenes Beispiel für das Aussehen des ehem. Orts- und Straßenbildes aus älterer Zeit, als ästhetischer Vergleichsmaßstab für die angrenzenden jüngeren und neuesten Gebäude. Hier ist nicht nur der Geschichtsprozeß für jedermann unmittelbar ablesbar, sondern hier ist auch ein Fixpunkt für die historische Identifikation der Ortsbewohner. Dafür und für das Nachvollziehen städtebaulicher Richtlinien vergangener Epochen ist auch wichtig, das das Haus als gesamter Baukörper - und nicht nur im Fassadenbereich - erhalten bleibt, daß Bauwirklichkeit existiert und nicht nur durch eine Blendfassade vorgespiegelt wird. In Rath/Heumar haben sich in unmittelbarer Nähe nur noch wenige vergleichbare Bauanlagen erhalten (Am Alten Turm 7, Rather Schulstraße 11 (Anfang 19. Jh.)), so daß diesem Haus besonderer Seltenheitswert eigen ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0